Baufirma drängt nach Westsachsen

Mit Eurovia kommt eine von Deutschlands größten Verkehrsbaufirmen nach Hohenstein-Ernstthal - und sucht Verstärkung.

Hohenstein-Ernstthal.

Die Tochter des französischen Weltkonzerns Vinci zieht - zumindest in Form eines kleinen Ablegers - nach Hohenstein-Ernstthal. "Wir möchten von hier aus Westsachen besser erschließen", sagte Jürgen Melzer gestern zur Eröffnung der neuen Niederlassung des Konzerns Eurovia an der Hinrich-Wichern-Straße.

Für den 56-jährigen Oberbauleiter gibt es jetzt einiges zu tun, denn bislang sei das Gebiet Hohenstein-Ernstthal und Umgebung ein "weißer Fleck" auf den Karten des Konzerns gewesen. In dem unscheinbaren Bürogebäude, das Eurovia von der Sparkasse angemietet hat, arbeiten bislang fünf Leute. 14 sind zusätzlich auf den Baustellen unterwegs. Weitere Verstärkung wird gesucht. Bauleiter, Kalkulatoren, gewerbliches Personal, Baumaschinisten sowie speziell Tief- und Straßenbauer: Etwa 25 neue Mitarbeiter möchte das Unternehmen im nächsten Jahr am Standort nahe der Auffahrt zur A 4 beschäftigen, damit das Geschäft richtig ins Rollen kommt. Keine leichte Aufgabe, denn Personal zu finden sei schwer, so Melzer.

Zirka 3 Millionen Euro an Umsatz im nächsten Jahr plant das Unternehmen am neuen Standort zu erwirtschaften, so Melzer. Natürlich solle das noch gesteigert werden, wenn es die Auftragslage zulässt. Doch darum machen sich Melzer und der zur Eröffnung angereiste Regionalleiter für Mitteldeutschland, Tilo Bräunig, weniger Sorgen. Denn obwohl der Konkurrenzdruck im Baugeschäft nicht gerade niedrig ist, hofft man auch gerade bei öffentlichen Bauvorhaben mitzumischen. "Meistens kriegt der günstigste Anbieter den Zuschlag, und da sind wir gut aufgestellt", sagt Bräunig.

Trotz der Größe von Eurovia Deutschland arbeiteten die regionalen Ableger wie mittelständische Betriebe, betont Bräunig. "So sind wir nah am Kunden." Straßen- und Tiefbaumaßnahmen zwischen Chemnitz und Zwickau, das Hauptgeschäft am Hohensteiner Standort, ließen sich nun viel besser durchführen, als von den Niederlassungen Leipzig und Dresden aus. Hohenstein-Ernstthal ist der dritte Standort der Eurovia in Sachsen. Das freut auch OB Lars Kluge (CDU), der bei der Eröffnung zugegen war. "Wir finden es immer gut, wenn Baufirmen hierher ziehen, das zeugt von Interesse an der Region."

Eines stört Jürgen Melzer jedoch, und das ist der Zustand der mit Schlaglöchern und Rissen überzogenen Betonfläche vor dem neuen Bürogebäude. "Das transportiert noch nicht ganz das nach außen, was wir als Straßenbaufirma darstellen."

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