Baustelle am Ziegenberg: Es gibt Ärger

Die schmale Straße in Hohenstein-Ernstthal hat eine extreme Steigung. Die Arbeiten an dieser Stelle sind eine knifflige Angelegenheit. Jetzt haben sich Anwohner erstmals über Schäden beschwert.

Hohenstein-Ernstthal.

Es geht hier steil bergauf. Die Steigung beträgt zwölf bis 13 Prozent. Dazu ist die Straße äußerst schmal. Wie voll beladene Brummis hier durchkommen - manchmal ein Kunststück.

Die Rede ist vom Ziegenberg in Hohenstein-Ernstthal. Hier hat die Stadt unlängst das alte Marktmeisterhaus abreißen lassen. An die freigewordene Stelle wird ein weiterer Zugang zum Stadtgarten gebaut. Ein steiler Hang musste aufwändig abgesichert werden. Wenn seit geraumer Zeit vom Ziegenberg in Hohenstein-Ernstthal die Rede ist, dann spricht man auch wegen des enormen Gefälles an dieser Stelle von der spektakulärsten Baustelle der Stadt. Jetzt gibt es erste Beschwerden von Anwohnern über entstandene Schäden. Auch die Sicherung des Hanges ist ins Kreuzfeuer von Kritikern geraten. Anwohner der Dresdner Straße 13 sehen sich weiter gefährdet.

Stadträte hatten auf der jüngsten Sitzung des Rates Bauamtsleiter Ulrich Weber damit konfrontiert. Anwohner hätten sich beschwert, dass bei den Bauarbeiten am Ziegenberg Häuser beschädigt worden sind. Auch die Pflasterung der schmalen Straße, auf der sich Baufahrzeuge bewegen, die beladen 25 Tonnen schwer sind, ist in arge Mitleiderschaft gezogen worden. Bauamtsleiter Ulrich Weber räumte ein: "Diese Straße ist ja gar nicht für diese schwere Technik geschaffen."

Die Stadtverwaltung komme allerdings nicht für die entsprechenden Schäden auf, da sie von ihr ja auch nicht verursacht worden sind, so Weber. In die Pflicht müssten die jeweiligen Baufirmen genommen werden. Betroffene Anwohner müssten sich an diese wenden.

Auch um die Sicherung des Hanges unterhalb der geplanten neuen Zufahrt zum Stadtgarten bahnt sich Ärger an. Eine 7,50 Meter hohe Stützmauer war schon einmal in Sekundenbruchteilen abgerutscht, hatte eine Garage hinter dem Gebäude Dresdner Straße 13 unter sich begraben. Geröll und Erdmassen verschütteten einen Hinterhof. Das liegt ein paar Jahre zurück. Dieses Frühjahr war im Zuge des Abrisses Marktmeisterhaus und Neubau Stadtgarten-Zufahrt mit der Sicherung des Hanges begonnen worden. Ein Teil der Erdmassen wurde abgetragen, die Fläche schließlich mit Stahlmatten abgedeckt, in die zum Teil sieben Meter lange Erdnägel gerammt wurden. Doch Eigentümer und Bewohner der Dresdner Straße13 beschweren sich: "Als es vor einer reichlichen Woche über längere Zeit in Strömen goss, stellten wir fest, dass eine Entwässerung fehlt." Der Hang sei schon wieder in Bewegung. Eine große Beule drückt es aus ihm heraus. Die Stadt teilte mit, dass die Baumaßnahme beendet sei. Die Kosten für die Hang-Sicherung: 125.000 Euro. Stadtrat Alexander Weiß (Die Linke): "Hätte man sich schon vor Jahren darum gekümmert, hätten wir viel Geld gespart."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...