Behörde erwischt 13 Wasserdiebe

Seit zwei Wochen darf kein Wasser mehr aus Bächen und Flüssen entnommen werden. Nicht jeder hält sich daran.

Behörde erwischt 13 Wasserdiebe

Für Sie berichtet: Michael Stellner

Der Landkreis Zwickau hat in den vergangenen zwei Wochen 13 Fälle festgestellt, in denen Privatleute illegal Wasser aus Bächen und Flüssen entnommen haben. Das sagte Kreissprecherin Ilona Schilk auf Anfrage der "Freien Presse". In den festgestellten Fällen wurden bereits Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

Am 25. Juli hatte der Landkreis bekannt gegeben, dass ab sofort kein Flusswasser mehr abgeschöpft werden darf. Als Grund nannte die untere Wasserbehörde die niedrigen Pegelstände aufgrund der anhaltenden Dürre. Jede weitere künstliche Entnahme von Wasser, auch in geringen Mengen, würde negative Auswirkungen auf die Gewässerökologie haben.

Bei den angekündigten verstärkten Kontrollen fanden die Mitarbeiter der Behörde dann offenbar allerhand professionelle Lösungen. "In der Regel wurde das Wasser mittels Pumpe und Schlauch aus den Gewässern entnommen", sagte Schilk. Waren die Bäche schon so ausgetrocknet, dass es nichts mehr abzupumpen gab, seien sie künstlich mit Brettern angestaut worden.

Diejenigen, die auf diese Weise Wasser abgepumpt haben, sind offenbar überwiegend Anwohner, die damit ihre Pflanzen gießen wollten. Laut Kreisbehörde sollte es "der gärtnerischen Nutzung" dienen. Wo genau die Verstöße festgestellt wurden, geht aus der Antwort der Kreises auf die "Freie Presse"-Anfrage nicht hervor, stattdessen teilt die Behörde mit, wo sie bisher verstärkt kontrolliert hat: am Mülsenbach, am Beiersdorfer Bach, am Fraureuther Bach, am Kuhschnappelbach, am Neumarker Bach, am Lungwitzbach, am Herrnsbach, am Reinholdshainer Bach und am Rödelbach. Für Anrainer, die auf ein baldiges Ende des Schöpfverbots hoffen, hat die Behörde keine Entwarnung parat. "Die Situation an den Gewässern ist unverändert kritisch", sagte Schilk.

Die Entnahme von Wasser aus Bächen und Flüssen bleibt im Landkreis Zwickau bis auf weiteres untersagt. Andere Landkreise haben ähnliche Verbote ausgesprochen. Welche Strafen Wassersünder zu erwarten haben, hängt nach Angaben des sächsischen Umweltministeriums von zweierlei ab: zum Ersten von der Dauer der Wasserentnahme und zum Zweiten von der Schwere der Probleme, die dadurch verursacht werden. Möglich sind Bußgelder von bis zu 50.000 Euro; ob diese Strafe aber bisher je verhängt wurde, ist unklar. Unbekannt ist auch, welche Strafen die 13 Wassersünder aus dem Landkreis zu befürchten haben.

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