Braucht Heinrichsort wirklich ein neues Sport-und Kulturzentrum?

Verwaltung und Sportgruppen sollen unter ein Dach ziehen. Doch zunächst muss eine Lösung für die alten Gebäude her.

Heinrichsort.

Ein neues Gebäude, in dem sowohl Verwaltung als auch Sportgruppen untergebracht sind: Erste Ideen und Gedankenanstöße dafür stellte Ortsvorsteherin Annett Richter den Heinrichsorter Ortschaftsräten am Donnerstag vor. "Insgesamt wurde das alles gut angenommen", sagt die CDU-Politikerin.

Für die Errichtung des sogenannten Sport-und Kulturzentrums würde etwa die Hälfte des Heinrichsorter Festplatzes verwendet werden. Laut Anett Richter ist der Umzug der Ortschaftsverwaltung dringend nötig, denn die aktuell genutzten kommunalen Gebäude, das Heinrichsorter Rathaus, das Sportlerheim und die Turnhalle seien marode und insgesamt baufällig.

Insgesamt käme eine Sanierung der alten Gebäude wohl teurer als die komplette Neuerrichtung des gewünschten Sport-und Freizeitzentrums. Zumindest, wenn es so läuft, wie die Ortsvorsteherin es sich vorstellt. Die Grundstücke, auf denen aktuell Sportlerheim und Turnhalle stehen, sollen an private Käufer veräußert werden, sagt Richter. Und eben mit diesen Einnahmen würde das neue Gebäude am Festplatz errichtet werden. Richter rechnet dabei mit einem Fördermittelzuschuss von 70 bis 80 Prozent.

Konkret ist vorgesehen, einen Gymnastikraum in dem Zentrum auf dem Festplatz zu errichten und die Sportgruppen dorthin zu verlagern. Die älteste Teilnehmerin der aktuellen Sportgruppe hat bereits das 89. Lebensjahr erreicht, sagt Annett Richter. "Die würde bestimmt nicht mehr woanders hingehen, wenn unser Sportlerheim jetzt irgendwann zumacht." Doch nicht nur die Senioren, auch die Kindersportgruppe, die Herrentischtennisgruppe und die Trainingsgruppe der Tagesmütter sollen irgendwann im neuen Sport- und Freizeitzentrum unterkommen.

In der Dezember-Sitzung des Ortschaftsrates sollen noch einmal genauere Details vorgestellt werden. Bis spätestens Frühjahr kommenden Jahres möchte Ortsvorsteherin Richter mit den Planungen fertig sein und das Vorhaben bei der Stadt Lichtenstein einreichen. Ziel ist, das Sport- und Freizeitzentrum noch in den Doppelhaushalt für 2021/2022 einfließen zu lassen.

Lichtensteins Bürgermeister Thomas Nordheim (Freie Wähler) hält, ähnlich wie im benachbarten Rödlitz, eine "Optimierung" der kommunalen Gebäude im Ortsteil Heinrichsort ebenfalls für notwendig. Allerdings mit einer Einschränkung: "Dies kann kein losgelöstes Sport- und Kulturzentrum sein, sondern muss auch eine Lösung in Bezug auf das Rathaus Heinrichsort und die alte Turnhalle beinhalten."

Was die Finanzierung betrifft, so gebe es zunächst zwei höhere Prioritäten im Haushalt 2021/2022. Zunächst soll der aktuell geplante Ersatzneubau der Kita "Sonnenweg" in Lichtenstein abgeschlossen werden. Kostenpunkt: etwa 3,5 Millionen Euro. Anschließend folgt der Hort-Erweiterungsbau an der Grundschule Rödlitz - verbunden mit einer Integration der dortigen Ortschaftsverwaltung. Die Bauarbeiten werden wohl erst 2021 beginnen, wenn der Kita-Neubau in Lichtenstein fertiggestellt ist. Für das Sport-und Kulturzentrum in Heinrichsort hält Nordheim im Doppelhaushalt 2021/2022 zumindest schon mal eine Konzept-und Machbarkeitsstudie für möglich.

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