Breitband: Glauchau tritt auf der Stelle

Die Arbeiten für den weiteren Internetausbau werden frühestens 2020 beginnen. Der CDU-Stadtrat Andreas Winkler zeigt sich entsetzt.

Glauchau.

Anfangs hörte sich alles ganz gut an. Innerhalb von etwa 15 Monaten könnte mit dem Ausbau des Breitbandnetzes in Glauchau begonnen werden. Diese Prognose gab im April 2017 das von der Stadt Glauchau beauftragte Büro aus München ab - also im Sommer 2018 könnte, wenn nichts schief geht, mit dem Bau beginnen werden. Heute, im Herbst 2019, hat sich noch nichts bewegt. Noch immer gibt es im Stadtgebiet, unter anderem in Wernsdorf, im Gewerbegebiet Nordwest und in Niederlungwitz, sogenannte weiße Flecken. Damit sind Bereiche gemeint, die eine Datenübertragungsrate von weniger als 30 Megabit pro Sekunde aufweisen. Nur diese sind förderfähig. In Glauchau sind das etwa 15 Prozent der Gesamtfläche. Flächendeckendes schnelles Internet, wie es als politisches Ziel ausgegeben ist, gibt es in Glauchau noch nicht, und wird es so schnell auch nicht geben. Zumindest ist dies der Antwort zu entnehmen, die der Glauchauer CDU-Stadtrat Andreas Winkler auf seine Frage nach dem aktuellen Stand bekam.

"Mit der Ausschreibung für die Versorgung der privaten Haushalte ist im Frühjahr 2020 zu rechnen", sagte Heike Joppe, stellvertretende Fachbereichsleiterin für Planen und Bauen. Somit könnte frühestens im Herbst 2020 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Dazu muss man wissen, dass die Stadt Glauchau die Breitbandversorgung in zwei Losen ausgeschrieben hat. Das erste Los betrifft die unterversorgten Bereiche in den Gewerbegebieten. Auch dafür hat der Tiefbau noch nicht beginnen. Laut Joppe sind einige Abstimmungen notwendig. Das zweite Los betrifft die privaten Haushalte in Glauchau, die momentan noch unterversorgt sind, also eine Übertragungsrate von weniger als 30 Megabit pro Sekunde haben.

Mit der Antwort ist Winkler unzufrieden. "Ich bin entsetzt", sagte er gegenüber der "Freien Presse". Andere Kommunen seien da schon viel weiter. In der Kernstadt von Glauchau hätten viele Haushalte bereits schnelles Internet, die Ortsteile hingegen würden im Regen stehen gelassen. "Die Stadt muss Gas geben, es geht um Bürger", sagt Winkler der fordert, dass die Breitbandversorgung in Glauchau zur Chefsache erklärt werden muss. In den Jahren 2014/15 hatte die Telekom einen sechsstelligen Betrag in das Glauchauer Netz investiert. Von der Vermittlungsstelle zu den Verteilerkästen wurden Breitbandkabel gezogen. Von den Kästen bis zu den Gebäuden blieben die Kupferkabel. Nach der Inbetriebnahme sind die weißen Flecken übrig geblieben.

Ein großer Teil der anderen Kommunen in Westsachsen beteiligen sich am Breitbandprojekt des Landkreises. 28 der 33 kreisangehörigen Gemeinden haben sich nach Angaben des Kreises an dem kreisweiten Markterkundungsverfahren beteiligt, bei dem die unterversorgten definiert werden. Meerane zieht sein Breitbandprojekt allein durch. Nachdem die Finanzierung steht, können die dortigen Stadtwerke mit dem Ausbau beginnen.

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