Bürgerinitiative zweifelt Bedarf für neue Siedlung an

Die Idee, das Wohngebiet im Callenberger Ortsteil Reichenbach zu erweitern, sorgt weiter für Diskussionsstoff. Die Anwohner fühlen sich missverstanden.

Reichenbach.

Bewohner der Siedlung an der Grumbacher Straße in dem Callenberger Ortsteil hatten in der jüngsten Gemeinderatssitzung viel Kritik geäußert. Doch sie wollen nicht so hingestellt werden, als hätten sie etwas gegen neue Nachbarn. Vielmehr sind sie mit der Situation in dem in den 1990er-Jahren errichteten Wohnpark unzufrieden. "Die geplante Erweiterung um ein neues Wohngebiet verschärft die bestehenden Probleme nochmals in nicht mehr zumutbarer Art und Weise", betont Peter Leipelt von der Bürgerinitiative "Wohnpark Reichenbach". Er wohnt seit 20 Jahren hier und nennt einige Missstände, unter anderem eine schwankende Trink- und Löschwasserversorgung sowie eine katastrophale Situation des Durchgangs- und des ruhenden Verkehrs. "Aus meinen Erfahrungen war die Gemeindeverwaltung mit dem jetzigen Wohngebiet in diesen 20 Jahren mehrmals überfordert, und es wurden gravierende Fehler zugelassen, die nicht mehr zu beheben sind", lautet sein Fazit.

Leipelt, der zusammen mit Peter Lehmann als Sprecher der Bürgerinitiative fungiert, kann noch viele Missstände und Versäumnisse auflisten, die es in dem von einem privaten Bauträger, der mittlerweile pleite ist, errichteten Wohngebiet gibt. Straßenschäden, die mangende Pflege von Grünanlagen, verstopfte Straßeneinläufe und der fehlende Grünstreifen, der eigentlich angelegt werden sollte, sind Dinge, über die sich die Bewohner seit Jahren ärgern. Die neue Eventkirche, die nur wenige Meter entfernt ist, sorgt gelegentlich für eine Lärmbelästigung und eine weitere Verschärfung der Parksituation. Zudem sieht die Bürgerinitiative gar keinen Bedarf für eine Erweiterung an dieser Stelle. "Wenn seit über 20 Jahren innerhalb unseres Wohngebietes ein großes Grundstück frei ist, aber sich kein einziger Interessent zum Kauf fand; weshalb sollte dann ein weiteres Wohngebiet her, wenn gar kein Bedarf da ist?", fragte Peter Lehmann.

In mehreren Treffen zwischen Bürgerinitiative und Gemeindeverwaltung seit dem vergangenen Herbst gab es keine wirklichen Fortschritte, so dass die Fronten verhärtet scheinen. "Natürlich gibt es dort Probleme, deren Ursachen schon lange zurückliegen", räumt Bürgermeister Daniel Röthig (CDU) ein. Er betonte aber erneut, dass es noch keine konkreten Pläne für die Erweiterung gäbe und noch Fragen offen sind, ob es überhaupt genehmigungsfähig ist.

Die sollen in den nächsten Wochen geklärt werden. Dann gibt es weitere Gespräche, auch mit der Bürgerinitiative, auf die auch Reichenbachs Ortsvorsteher Günter Vogel (Linke) verweist. "Da sollte man erst einmal Ruhe bewahren und warten, bis es Klarheit gibt", sagte Vogel.

Eine Erweiterung sei auch eine Möglichkeit, um bestehende Probleme wie den Mangel an Parkplätzen zu beheben", ergänzt er. Dass bei der Erschließung durch den privaten Investor Fehler gemacht wurden, stehe außer Frage.

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