Bürgerverein: Seit 30 Jahren im Stadtleben aktiv

Die Aufgaben sind andere als damals. Während einst Aufbauhilfe im Vordergrund stand, geht es heute um den Zusammenhalt.

Meerane.

Längst haben sich die Prioritäten geändert. Heute gibt der Bürgerverein Meerane in Zeiten des demografischen Wandels vor allem älteren, aber noch fitten Menschen Halt und das Gefühl der Gemeinschaft. Dabei hatten die Gründungsmitglieder nach dem Mauerfall vor 30 Jahren eines klar vor Augen: "Die Idee zum Bürgerverein war es, den Neuanfang in unserer Stadt nach der Wende gemeinsam zu gestalten und dafür zuallererst auf unsere eigenen Kräfte zu bauen", sagt Alt-Bürgermeister Peter Ohl, der bis zum Jahr 2002 als aktives Mitglied agierte und sich dort besonders um die organisatorischen Fragen kümmerte. Als erster Vorsitzender des Vereins wurde am 21. April 1990 der derweil verstorbene Gottfried Kahnt gewählt.

Peter Ohl, der noch heute auf viele Unterlagen in seinem Archiv zugreifen kann, kann sich gut daran erinnern, dass schon vor der offiziellen Gründungsveranstaltung der Bürgerverein mehr als 100 Mitstreiter zählte. "Jeder Mitglied erhielt ein Mitgliedskarte", erinnert sich Peter Ohl, der noch immer stolz darauf ist, die Karte mit der Nummer 1 in seinem Besitz zu haben. Dass überhaupt so rasch der Bürgerverein aus Taufe gehoben werden konnte, war Ehefrau Heidi Ohl zufolge der Unterstützung von Andrea Schneider zu verdanken. "Die gebürtige Meeranerin, die das Geschehen in Westsachsen aus dem damaligen Westberlin verfolgte, gehörte zu den Mitinitiatoren", so Heidi Ohl. So hatten sich mehrere Projektgruppen gebildet, die sich unter anderem für die städtebauliche Erneuerung und Entwicklung der Wirtschaft, vor allem des Mittelstandes, stark machten.

Dieser Geschichte ist sich auch die jetzige Vereinschefin Heidemarie Wolf bewusst: "Die Aufgaben des Vereins sind heute andere als damals. Das ist der guten Entwicklung der Kommune zu verdanken", sagt die Vorsitzende, die mit ihren Mitstreitern inzwischen in Räume des neobarocken Postgebäudes umgezogen ist. "Wir sind ein offener Verein. Unsere Angebote können auch Nichtmitglieder nutzen", so die Chefin des Vereins. Zwar seien die Aktivitäten wegen der Coronakrise derzeit eingeschränkt, sie glaubt aber daran, dass es bald wieder losgeht. Und das wiederum heißt: Ob Chor, Chronisten, Radwanderer oder Wanderfans, wer in der Geselligkeit seine Freizeit verbringen will, sei im Bürgerverein gut aufgehoben. "Es geht auch darum, Senioren aus der Einsamkeit zu holen. Wir wollen Menschen auffangen, die Orientierung und Trost brauchen."


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