Callenberg lehnt neue Stromtrasse ab

Eine neue Stromleitung soll 4,5 Kilometer länger werden als die bestehende und drei Callenberger Ortsteile tangieren. Der Gemeinderat spielt da nicht mit.

Falken.

Der Callenberger Gemeinderat ist sich einig: Die Vorzugsvariante für den Ausbau der 380-Kilovolt-Trasse Röhrsdorf-Weida-Remptendorf lehnen die Callenberger ab. Das hat die Gemeinde in einer Stellungnahme jetzt dem Netzbetreiber im Zuge der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange mitgeteilt.

Netzbetreiber 50 Hertz beabsichtigt, die bestehende, rund 100 Kilometer lange Verbindung zu "ertüchtigen". Das heißt im Klartext: Bau einer neuen Trasse zur Netzverstärkung. Mit dem Neubau der Trasse will Netzbetreiber 50 Hertz die Übertragungskapazität zwischen Sachsen und Thüringen erhöhen. Diese Verbindung sei durch die hohen Leistungsflüsse stark belastet. Außerdem ist die Trasse wegen ihrer Nähe und der Anbindung an das tschechische Netz für die Import- und Export-Leistungsflüsse zwischen Deutschland und Tschechien von Bedeutung. Bei Ausfall der Parallelleitung wäre eine Trasse unzulässig hoch belastet, geht aus der Planung hervor. Die liegt der Bundesnetzagentur bereits vor. Demnach soll die neue Trasse im Jahr 2025 stehen. Derzeit wird die Freileitung mit 2500 Ampere betrieben. Die neue soll Hochstrombeseilung erhalten und wäre dann für Stromstärken von bis zu 3600 Ampere ausgelegt.


Was den Gemeinderäten überhaupt nicht schmeckt: Die Vorzugsvariante der Trassenführung soll die Ortsteile Langenberg, Falken und Langenchursdorf tangieren. Sie ist außerdem 4,5 Kilometer länger als die bestehende. "Das ist einfach Nonsens, es gibt keinen vernünftigen Grund, warum die Trasse so einen Haken schlagen muss", hieß es im Gemeinderat. Doch die Erklärung liegt auf der Hand. Die neue Trasse soll Röhrsdorf und die Stadt Limbach-Oberfrohna umgehen, allerdings zu Lasten der drei Callenberger Ortsteile.

Kommt nicht infrage, sagt der Gemeinderat. "Die geplante Trassierung widerspricht außerdem den Festlegungen unseres Hochwasserrisikomanagementplanes", sagt Bürgermeister Daniel Röthig (CDU). Der Gemeinderat lehnt auch sämtliche Alternativ-Trassen ab. Jeder möchte zu Hause Strom haben, keiner sei grundsätzlich dagegen, hieß es. "Aber die bestehende Trassenführung ist ganz eindeutig die beste", fasste Gemeinderat René Fleischer die durchgängige Meinung zusammen. "Das ist außerdem viel einfacher, als noch mehr Landschaft kaputtzumachen."

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