Callenberger Hobbymeteorologe: Minus 22,5 Grad sind selten

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Ein Reichenbacher verfolgt nicht nur täglich den Wetterbericht, sondern will es genauer wissen. Er gibt dafür viel Geld aus.

Callenberg.

Die ersten Wetternotizen von Patrick Kiesewetter aus dem Callenberger Ortsteil Reichenbach fielen noch spärlich aus. "Am gesamten Tag nur Regen", vermerkte er am 20. November 2008 in seinem Kalender. Heute setzt sich der Hobbymeteorologe deutlich professioneller mit dem Thema Wetter auseinander. Auf dem Grundstück an der Straße des Friedens steht auf dem Dach des Carports eine automatische Wetterstation, die Temperatur, Windgeschwindigkeit sowie weitere Werte ermittelt und per Funk zur Datenzentrale im Haus schickt.

Es ist bereits die zweite Station des 27-Jährigen, der bis vor zwei Jahren noch ein einfacheres Modell hatte, dann aber den nächsten Schritt gehen wollte. Über 1000 Euro stecken in der Technik, die noch erweitert werden könnte. "Vielleicht lege ich mir auch noch einen beheizbaren Niederschlagsmesser zu", erzählt der Reichenbacher. Denn derzeit liegt Schnee im Auffangbehälter. Als Niederschlag wurde er deshalb noch nicht erkannt. Eindeutiger fallen da die Temperaturmessungen aus. Mit minus 22,5 Grad Celsius wurde am vergangenen Mittwoch ein beachtlicher Tiefstwert gemessen. "Solche Werte gibt es nur noch selten", sagt Kiesewetter. Die Tallage nördlich der Reichenbacher Höhe, klares Wetter und die Schneedecke seien ausschlaggebend dafür gewesen.

Die Messwerte seiner Station speichert der Hobbymeteorologe nicht nur im Computer. Sie sind auch auf verschiedenen Wetterseiten im Internet abrufbar. Eine davon ist das "Wetternetz Sachsen", eine Plattform von Gleichgesinnten, die private Wetterstationen betreiben. Doch nicht nur aktuelle Daten interessieren Patrick Kiesewetter. Er sucht auch nach historischen Wetteraufzeichnungen aus der Region, um Entwicklungen besser einschätzen zu können. "Mir selbst fehlt da ja noch viel Erfahrung. Das was jetzt ist, ist Wetter. Klima ist ein Zeitraum von 30 Jahren", sagt er. Deshalb seien auch Aussagen Quatsch, mit denen nach ein paar eisigen Wintertagen der Klimawandel angezweifelt wird.

Die Leidenschaft für Wetter und Klima wurde bei Patrick Kiesewetter vor allem durch Gewitter geweckt. Die hat er schon oft von der Reichenbacher Höhe aus beobachtet. "Trotz der relativ geringen Höhe hat der Höhenzug hier Einfluss auf das Wetter", ist er sich sicher. Unter anderem gibt es bei Niederschlägen leichte Staueffekte oder besondere Zugbahnen von Gewittern.

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