Daetz-Centrum: Ende auf Raten?

Nicht nur die Öffnungszeiten werden gekürzt. Noch in diesem Monat verhandelt das Gericht über eine Räumungsklage der Stadtverwaltung.

Lichtenstein.

Die Dauerausstellung "Meisterwerke in Holz" im Daetz-Centrum ist schon seit Jahresbeginn dicht. Nun werden auch die Öffnungszeiten der Sonderausstellungen noch ein weiteres Mal reduziert. Ein Ende auf Raten?

Derzeit ist noch von Donnerstag bis Sonntag sowie an Feiertagen jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Aber ab 15. November fällt die Öffnungszeit am Donnerstag weg und an allen anderen Tagen wird sie um eine Stunde auf 10 bis 17 Uhr reduziert. Das hat der Lichtensteiner Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.

Eine Mitarbeiterin des Daetz-Centrums geht laut Bürgermeister Thomas Nordheim (Freie Wähler) in den Ruhestand, was die Möglichkeit zu weiteren Einsparungen bringt. Die neuen Öffnungszeiten seien dann das Minimum, das von den Förderbedingungen für das Daetz-Centrum erlaubt ist. Bei der Abstimmung gab es drei Enthaltungen und eine Gegenstimme. "Nach außen hin ist es nicht das richtige Zeichen", sagte CDU-Stadtrat Christian Rochlitzer, der nicht zustimmte.

In der Fragestunde der Ratssitzung hatte Gerhard Warnat (CDU) kritisiert, dass es in diesem Jahr keine Krippenausstellung im Daetz-Centrum gibt. Diese sei in den vergangenen Jahren die mit Abstand beliebteste Ausstellung gewesen. "Wir haben da viel Besucherpotential verschenkt", sagte Warnat. Laut Thomas Nordheim ist nicht vorrangig die aktuelle Ausstellung zum Ersten Weltkrieg der Grund für den Wegfall. Die Planung und Vorbereitung der Krippenschau sei jeweils mit großem Aufwand verbunden. Auf Nachfrage der "Freien Presse" erklärte Nordheim außerdem, dass die geplante Alternative geplatzt sei. Angedacht war eine Schau mit dem Titel "Weihnachtsschätze", für die Lichtensteiner besonderen Weihnachtsschmuck als Leihgabe zur Verfügung stellen sollten. Dazu gab es einen Aufruf im Lichtensteiner Anzeiger. "Leider war die Resonanz viel zu gering", so Nordheim.

Ob es noch eine Einigung über die weitere Zusammenarbeit mit der Daetz-Stiftung und die Neugestaltung der Dauerausstellung gibt, ist derzeit mehr als fraglich. Die Stadt Lichtenstein hat eine Räumungsklage auf den Weg gebracht. Das erste Treffen am Amtsgericht Zwickau ist am 27. November im Rahmen eines sogenannten Gütetermins.

"Wir sind weiterhin gesprächsbereit. Grundlage ist aber, dass die Dauerausstellung deutlich verkleinert wird und wir die Planungsfreiheit haben", sagt Thomas Nordheim. Auf ein knappes Viertel soll die derzeit rund 600 Exponate umfassende Dauerausstellung reduziert werden. Ob das mit Stifter Peter Daetz machbar ist, erscheint eher fraglich. "Wir sind weiter kompromissbereit, wenn der Geist des Gesamtprojektes erhalten bleibt", sagte Daetz am Mittwoch im Gespräch mit der "Freien Presse". Er sieht eine Verpflichtung aller Beteiligten gegenüber der Bevölkerung, das Daetz-Centrum als überregional bedeutsames touristisches Ziel sowie als außerschulischen Bildungsort zu erhalten. Gerade die interkulturelle Bildung müsse in Zeiten der Globalisierung anschaulich gestaltet werden, auch im Kampf gegen Rassismus, so Daetz.

Ob es vor dem Gerichtstermin noch Gespräche mit Vertretern der Lichtensteiner Stadtverwaltung geben wird, konnte Daetz nicht sagen. "Ich denke, bei einem Gütetermin vor Gericht wird sicherlich im Interesse aller zwischen den Beteiligten vermittelt", schaut er voraus.

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