Das ist der neue Callenberger Rat

Insgesamt 16 Gemeinderäte werden in den nächsten fünf Jahren über das Wohl und Wehe der Gemeinde Callenberg entscheiden. Mehrheiten gibt es keine. Positiv auch: Die Frauenquote hat sich verdreifacht.

Falken.

Politisches Übergewicht im Callenberger Gemeinderat gibt es in der neuen Legislaturperiode nicht. Die Abstände zwischen den Fraktionen sind seit der Kommunalwahl Ende Mai kleiner geworden. Vier Fraktionen mit zwei, drei oder vier Sitzen sorgen im neuen Rat für ausgewogene Machtverhältnisse.

Die Freie Bürgerbewegung Callenberg (FBB/4 Sitze) und die Freie Wählervereinigung (FWV/3 Sitze) konnten jeweils einen Sitz hinzubekommen. Die FFB legte bei der Wahl im Vergleich zu 2014 sogar um satte neun Prozent bei den Wählerstimmen zu. Dagegen mussten die Fraktionen der CDU (4) und der Unabhängigen Bürgergemeinschaft (3) jeweils einen Sitz abgeben.

Bei den Bürger der Gemeinde Callenberg scheint das Interesse an der Kommunalpolitik gewachsen zu sein. Zumindest spricht die Wahlbeteiligung dafür. Hatten 2014 nur 54,7 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, entschlossen sich in diesem Jahr 68,3 Prozent zum Urnengang. Damit lag die Kommune im Trend. Das heißt aber auch, dass jeder dritte Einwohner entweder das Vertrauen in die Kommunalpolitik verloren hat oder dem Rat blind vertraut.

Insgesamt sechs Ratssitze, mehr als ein Drittel, sind neu besetzt. Interessant war der Kampf um die Frauenquote. Bisher beschränkte sich die Frauenpower im Rat auf Kathrin Welker. Deshalb klang Bürgermeister Daniel Röthigs (CDU) Anrede "Meine Dame, meine Herren" immer etwas unrund. In Zukunft kann der Ortschef bedenkenlos bei beiden Geschlechtern im Plural sprechen. Denn die Zahl der Frauen im Rat hat sich im Vergleich zur vergangenen Legislaturperiode verdreifacht. Jetzt stellen mit Simone Polster (CDU) sowie Silke Lindner und Sophia Weinhold (beide Unabhängige Bürgergemeinschaft) das Gegengewicht zu den männlichen Reihen im Gremium. Immerhin ist die Frauenquote damit von 6,25 auf 18,75 Prozent gewachsen.

Bereits vor Wochenfrist hatte sich der Gemeinderat in einer Info-Veranstaltung auf die beiden Stellvertreter für Bürgermeister Daniel Röthig verständigt. Damit waren die Beschlüsse zur konstituierenden Sitzung reine Formsache. Den ersten Stellvertreter für das Gemeindeoberhaupt stellt für die nächsten fünf Jahr mit Hendrik Stiegler die Fraktion der Freien Bürgerbewegung Callenberg. Der Diplomingenieur für Maschinenbau sitzt schon seit zehn Jahren im Gremium und bringt somit einiges an kommunalpolitischer Erfahrung mit. Der Posten des zweiten Stellvertreters geht an die Unabhängige Bürgergemeinschaft. René Fleischer sitzt seit 2014 im Rat und hat als Angestellter im Amt für ländliche Entwicklung und Flurneuordnung Erfahrungen in der Verwaltungsarbeit und im Fördermittelsektor. Beide erhielten ihre Ernennungsurkunden. Zur Sitzung wurden auch die Besetzung der ordentlichen Mitglieder und Stellvertreter des Verwaltungs- und des Technischen Ausschusses gewählt. Damit sind sämtliche Gremien des Callenberger Rates nun arbeitsfähig.


Der Bürgermeister

Daniel Röthig (CDU), Jahrgang 1979, bestreitet mit dem Gemeinderat die dritte Legislaturperiode. Allerdings ist es noch die erste Amtszeit als Bürgermeister. Röthig war erst im Frühjahr 2013 zum Verwaltungschef gewählt worden. Damals hatten 2529 Callenberger ihre Stimme abgegeben, 53,3 Prozent stimmten für ihn. In seiner Amtszeit stellte die Kommune auf die Doppik um, holte den Rückstand bei den Jahresabschlüssen auf und baute die Verschuldung der Gemeinde extrem ab. Heute liegt die Pro-Kopf-Verschuldung bei rund 60 Euro pro Einwohner und ist eine der geringsten im Landkreis.


CDU


Freie Bürgerbewegung


Die Linke


Freie Wähler Callenberg


Unabhängige Bürger

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