Der Lungwitzbach sucht sich sein Bett neu

Zwischen Hermsdorf und Rüsdorf zeigt das Gewässer, dass es nicht so fließen will, wie es ihm der Mensch verordnet hat.

Hermsdorf/Rüsdorf.

An mehreren Stellen des begradigten Laufes des Lungwitzbaches zwischen Hermsdorf und Rüsdorf gibt es Bereiche, in denen sich das Wasser in die Böschung gräbt. Teilweise sind es knapp fünf Meter mit hohen Abbruchkanten, die der Bach ausgespült hat. Das lockere Erdreich bietet kaum Widerstand gegen die Kraft des Wassers, das vor allem bei erhöhtem Pegel Erdreich davon trägt und dadurch auch schon mehrere Bäume weggespült hat.

"Der Bach sucht sich ein neues Bett. Beim Hochwasser 2002 war das ein Stück weiter bachabwärts noch viel stärker der Fall", weiß der Hermsdorfer Frank Baumann aus der Arbeitsgruppe Hochwasserschutz. Er wohnt nicht weit entfernt von den Ausspülungen nah am Lungwitzbach und kennt dessen Kraft und die Hochwasserereignisse nur zu gut. Gerade deshalb müsste man dem Gewässer eigentlich mehr Platz geben, zumindest außerhalb der Orte, wo sich links und rechts nur Wiesen befinden. Bei den Besitzern der Flächen, die immer weiter ausgespült werden, ist das Verständnis dafür allerdings nur begrenzt. "Wir sehen keinen akuten Bedarf, wollen aber in diesem Jahr etwas für die Stabilisierung tun", sagt Karsten Schmidt von der Flussmeisterei Zwickau, die zur Landestalsperrenverwaltung Sachsen gehört und für den Bach verantwortlich ist. Mit einer Steinschüttung und sogenannten Lebendfaschinen, also Weidenruten, die mit der Böschung verwachsen, soll für Halt gesorgt werden. Eigentlich sei es günstig für ein Fließgewässer, wenn es durch Ausspülung ein größeres Bett bekommt und die weit geschwungenen Mäander bildet. Doch in der Region sei das an den Bächen nur bedingt möglich, weil die meisten Flächen landwirtschaftlich genutzt werden. Wann die Arbeiten am und im Lungwitzbach beginnen sollen, steht noch nicht fest.

Weiter bachaufwärts nahe der Hermsdorfer Mühle sind die Hochwasserschutzmaßnahmen nahezu fertig gebaut. Die neuen Dämme werden noch begrünt und Zufahrten befestigt. Auch Schutzmauern sind schon entstanden und ein neues Abzweigbauwerk vom verlegten Lungwitzbach in den Altarm. Bis Ende Juni sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. Das neue Abzweigbauwerk hat Frank Baumann schon mehrfach unter die Lupe genommen. "Es ist wichtig, dass kontinuierlich Wasser in den Altarm fließt. Sonst verschlammt er", sagt Baumann. Ob und wann die anderen großen Hochwasserschutzmaßnahmen in Hermsdorf realisiert werden, kann er derzeit nicht prognostizieren. Umfangreiche Pläne gibt es, aber ob das Geld da ist, scheint fraglich. "Derzeit fehlen da denke ich Wahlen oder Hochwasser", gibt Baumann zu bedenken.

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