"Der Tenor ist, man sei überlastet"

Bernsdorfs Bürgermeisterin Roswitha Müller (FDP) über die Kooperation mit Lichtenstein und viele Vorhaben

Bernsdorf.

Roswitha Müller (61, FDP) wurde im Mai ohne Konkurrenz erneut zur Bürgermeisterin der Gemeinde Bernsdorf gewählt. Im Sommerinterview hat sie Markus Pfeifer Rede und Antwort gestanden.

Freie Presse: Wahlen und die erste Sitzung des neuen Rates sind geschafft. Außerdem ist Urlaubszeit. Können Sie und die Verwaltung da einen Gang zurückschalten?


Roswitha Müller: Es ist etwas ruhiger, aber die Arbeit geht weiter. Verwaltungsvorgänge sind auch jetzt zu bearbeiten. Dies erledigt die erfüllende Kommune Lichtenstein, da Bernsdorf keine eigene Verwaltung hat. Meine Sekretärin organisiert die Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen und nimmt Probleme und Anliegen unserer eigenen Einrichtungen wie Kindergarten und Bauhof entgegen.

Beim Neujahrsempfang hatten Sie Kritik Richtung Lichtenstein geäußert, dass in der Verwaltungsgemeinschaft manches nicht so läuft wie gewünscht. Gibt es mittlerweile Verbesserungen?

Ein intensives Gespräch mit Bürgermeister Thomas Nordheim gab es dazu noch nicht. Der allgemeine Tenor ist, man sei überlastet. Natürlich gibt es auch Bereiche, in denen es klappt und sich die Mitarbeiter für Bernsdorf engagieren, aber eben nicht überall. Ich bin der Meinung, im Öffentlichen Dienst sollten alle besonders vorbildlich und engagiert arbeiten. Es ist eine sichere und ordentlich bezahlte Anstellung, das sollte den Leuten klar sein. Und ihre Arbeit ist wichtig für die Bürger, die sich in ihren Berufen auch täglich beweisen müssen.

Der Bau der Hauptstraße kommt gut voran, am Hausteich gibt es beim Dammbau Verzögerungen. Sind Sie trotzdem zufrieden?

Für den Hausteich gibt es eine kleine Fristverlängerung, aber alles in allem klappt es. Bis 30. September sollten wir durch sein. Man wundert sich natürlich schon sehr, wie aufwendig dieses Projekt geworden ist, aber da gab es viele Forderungen, zum Beispiel von der Unteren Wasserbehörde. Dann wird es eben teuer, jedoch werden die Kosten vom Freistaat übernommen. Der Straßenbau läuft planmäßig. Wenn die Hauptstraße fertig ist, planen Bürger, Gewerbetreibende und Vereine ein Straßenfest. Es soll am 3. Oktober stattfinden.

Welche Vorhaben sind in Bernsdorf in diesem Jahr außerdem von Bedeutung?

In der Kindertagesstätte wird die Brandschutzanlage erneuert. Außerdem werden die Arbeiten zur energetischen Sanierung an der Schule fortgesetzt. Dieses Jahr ist das Dach dran, im Jahr 2020 die Fassade. Außerdem erhielten wir eine Fördermittelzusage aus dem Leader-Budget für unsere Kultur- und Sporthalle in Bernsdorf. Dort soll ein Sportboden das verschlissene Parkett ersetzen. Außerdem erfolgt die dringende Sanierung der Sanitäranlagen im Anbau.

Die Feuerwehr wünscht sich ein neues Gerätehaus. Wie ist da der Stand?

Der Weg ist lang und steinig, aber die Wehrleitung tritt mir regelmäßig auf die Füße. Die Grundstückssuche war schwierig, aber da gibt es nun die Lösung, dass ein Teil des Sportplatzes an der Bernsdorfer Turnhalle genutzt werden soll. Es handelt sich um Erbpachtflächen von der Kirchgemeinde. Im nächsten Doppelhaushalt stellen wir Planungskosten ein. Dann muss irgendwann die Gesamtfinanzierung passen. Es wird sich noch hinziehen, aber die jetzigen Bedingungen können nicht auf Dauer so bleiben und werden von der Unfallkasse schon seit Jahren moniert.

Gibt es neue Ideen für die Erschließung von Wohngebieten?

Im Moment haben wir nichts geplant. Es geht eher um die Bebauung von Lücken. Ich sehe aber seit einigen Jahren schon einen anderen Trend: Bestehende ältere Häuser im Ort werden verkauft und von jungen Leuten dankbar erworben. Dann wird saniert oder abgerissen und neugebaut. Das ist, denke ich, der richtige Weg für die Zukunft unseres Dorfes.

Kann ein kleiner Ort wie Bernsdorf etwas für Klima- und Naturschutz tun?

Das machen wir mit unseren Möglichkeiten. Wir haben alle Straßenlampen ausgetauscht, das bringt große Einsparungen. Effektive Heizungen in den Gebäuden sind auch wichtig, jedoch noch nicht überall vorhanden. Am Thema Blühwiesen sind wir dran, da versuche ich alle Beteiligten zu sensibilisieren.

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