Die Geschichte des Ölteiches

Die Umweltaktion des Lehrers Andreas J. Langhammer von 1990 mit Fotos von Andreas Kretschel war vergangenen Dienstag Thema in der "Freien Presse". Jetzt gibt es neue Details.

Wüstenbrand/Oberlungwitz.

Der ehemalige Wüstenbrander Lehrer und spätere Bürgermeister, Andreas J. Langhammer, sorgte 1990 mit seinen Schülern für eine spektakuläre Umweltaktion. Der Pädagoge durchbrach mit den Jugendlichen einen Drahtzaun zum sogenannten Ölteich zwischen Wüstenbrand und Mittelbach und machte so auf eine große Umweltverschmutzung aufmerksam. Fotograf Andreas Kretschel war damals dabei und hat die Aktion festgehalten.

Nach einem Bericht in der "Freien Presse" vom vergangenen Dienstag anlässlich 30 Jahre Mauerfall hat sich nun der frühere Bürgermeister von Oberlungwitz, Steffen Schubert, zu Wort gemeldet. Der Ölteich, in den der VEB Mineralölwerke Klaffenbach die schlammigen und verseuchten Rückstände pumpte, lag damals komplett auf Oberlungwitzer Flur. "Wer das Areal gekannt hat, weiß, wie gefährlich es war, sich dem Teich so weit zu nähern. Pilzsammler sollen manchmal den Zaun überwunden haben, der zuletzt auch tatsächlich in keinem guten Zustand mehr war. Nicht nur Wasservögel, sondern auch andere Tiere, so z. B. ein Reh Anfang der 90er-Jahre sind in der alten, dick-flüssigen, offen liegenden Öl- und Schwefelharzablagerungen verendet", so Schubert in einem Schreiben an die "Freie Presse". Und weiter: "Bereits vor der Wende 1989/90 wurde die Altlast von engagierten Bürgern z. B. auf öffentlichen Wahlveranstaltungen vor der Kommunalwahl im Mai 1989 angesprochen. Passiert im Sinne einer Sanierung ist da in der ehemaligen DDR natürlich nichts." Erst nach der Wiedervereinigung 1990 habe insbesondere die Stadtverwaltung Oberlungwitz das Erfordernis einer Sanierung angesprochen, gefordert und mit vorangebracht. Es mussten spezielle Verfahren entwickelt werden, um die giftige Flüssigkeit (50.000 Kubikmeter) aus dem Teich zu bekommen. Auch die Finanzierung war nicht unproblematisch. Schubert: "Daran hat sich der Freistaat zu wesentlichen Teilen beteiligt, was auch, aber nicht nur dem Besuch des einstigen Umweltministers geschuldet war. Es hat dann noch mehr als 15 Jahre gedauert, bis die ,Freie Presse' im April 2007 vermelden konnte, dass die letzte Tonne Säureharzschlamm entnommen worden ist." So sei ein Teil der versprochenen blühenden Landschaften tatsächlich entstanden.

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