Die Linke: Neuer Chef hat typisches Ost-Schicksal

Die Biografie von Frank Gerner ähnelt vielen seiner Landsleute in den neuen Bundesländern. Jetzt führt er die Genossen von Lichtenstein, St. Egidien und Bernsdorf an.

Lichtenstein.

Frank Gerner aus Bernsdorf, Jahrgang 1952, ist der neue Ortsverbandsvorsitzende der Linken für Lichtenstein, St. Egidien und Bernsdorf. Gerner hat ein typisches Ost-Schicksal: Nach der Wende machte der Textilbetrieb, in dem er arbeitete, dicht. Germer musste sich wie so viele seiner Altersgenossen in den neuen Bundesländern umorientieren. Er ging in den Westen, arbeitete dort 14 Jahre als Maurer, bevor er in seinen Heimatort zurückkehrte. "Heimat ist eben Heimat", sagt er verschmitzt.

Bernsdorf hatte sich inzwischen verändert. Germer, der 1975 in die SED eingetreten war, hielt aber an seinen politischen Überzeugungen fest, wurde Mitglied der SED-Nachfolgepartei PDS und schließlich der Linkspartei. Als neuer Ortsverbandvorsitzender will Frank Gerner vor allem die Jugendarbeit forcieren, Lichtenstein sei überaltert, man brauche Jugendgruppen, sagt Germer, die neue Ideen einbringen könnten. Auch größere Städte wie Zwickau oder Glauchau möchte er gern mit einbeziehen, denn dort gebe es mehr junge Genossen als in Lichtenstein und Umgebung. Außerdem schweben Gerner eigene politische Veranstaltungen vor: zum Beispiel will sich seine Ortsgruppe zum 1. Mai wieder besser präsentieren.


Natürlich bewegt Germer auch das Thema Asyl: Für ihn ist dieses Problem lösbar. Er erinnert an die Nachkriegszeit, als es schon einmal große Flüchtlingsströme gab: Das habe man doch damals auch geschafft. Auch meint er, dass man nicht immer nur davon reden soll, wie viele Asylbewerber kommen, sondern auch davon, wie viele wieder gehen müssen.

Frank Gerner ist bodenständig. Er lebt in Bernsdorf mit seiner Frau, mit der er seit 1976 verheiratet ist, im Haus seiner Eltern. Gerners haben eine Tochter, sind zweifache Großeltern. "Leider sehen wir unsere Enkelkinder, die mit ihren Eltern in den alten Bundesländern leben, nicht allzu oft", bedauert Gerner. Zu seinen Hobbys zählen das Sammeln erzgebirgischer Arbeiten wie etwa Räuchermännchen, die Arbeit in Haus und Garten und vor allem Laubsägearbeiten. Die erlernte er von seinem Vater und übt sie bis heute aus. "Hoffentlich machen die Augen noch lange mit", flachst er. Schwibbögen und eine große Pyramide sind so in Eigenarbeit entstanden. Weitere Bastelarbeiten werden jedoch jetzt erst einmal etwas warten müssen.

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