Die Riesengewächse aus dem Gemüsegarten der Drechslers

Im Garten dieser Familie ist etwas alles ein bisschen größer. Wer seinen Augen nicht traut, kann sich von dem großen Gemüse am Wochenende beim Stollberger Bauernmarkt überzeugen.

Leukersdorf.

Auf den ersten Blick sieht der Garten von Ria, Rainer und Sohn Kay Drechsler aus wie eine ganz normale Anlage. Doch beim näheren Hinschauen fallen die Besonderheiten auf. Es sind wahrlich "dicke Dinger", die bei den Leukersdorfern wachsen. Ob Kürbisse im Beet und im Baum hängend oder Zucchini, rekordverdächtige Mengen Tomaten, Gurken oder Rettiche - was der Hobbygärtner anbaut und erntet, hat XXL-Format. Auch wer die Sonnenblumen betrachten will, muss den Kopf weit in den Nacken legen. An einem Gerüst hängen Schlangenkürbisse mit einer Länge von 2,30 Meter. Die nicht essbaren Long Gourds werden bei Naturvölkern als Trinkgefäße und hierzulande zur Dekoration benutzt. Fünf gigantische Zucchinis - die schwerste gleicht einem Findling und wiegt 24 Kilogramm - sind schon geerntet. Wie viel der größte der drei Kürbiskolosse von der Sorte Atlantic Giant auf die Waage bringen wird, das steht noch nicht fest. Bisher liegt er noch weich gebettet auf Styropor.

Ein paar Tage darf er noch, welch glückliche Pflanze, wachsen. Dann wird er mit anderen riesigen Gemüseexemplaren auf dem Bauernmarkt in Stollberg die Besucher zum Staunen bringen. Um das Monstrum zu transportieren, werden wohl sechs kräftige Männer mit anpacken müssen. Familie Drechsler ist jedenfalls gespannt, was die Waage anzeigen wird. "Es gehört ein wenig Glück dazu, dass bei der anhaltenden Hitze alles so gut gedeiht", so der frühere Parkettlegemeister Rainer Drechsler. Neben hochwertigen Samen ist die Wasserversorgung ein wichtiges Kriterium bei der Pflege. Bis zu 1500 Liter, möglichst von der Sonne leicht erwärmtes Nass aus dem hauseigenen Brunnen und aus Regenwassertonnen lässt er seinen Pflanzen jeden Abend zukommen. Doch das kann doch nicht allein bewirken, dass sein Gemüse solche Ausmaße erreicht. Gibt es ein geheimes Rezept? Rainer Drechsler hat tatsächlich eine erfolgreiche Anbaumethode für sich gefunden. Seine Erfahrungen gibt er gerne weiter. Bei ihm sind sogar schon andere Hobbygärtner in die Lehre gegangen.

Seit einem Besuch bei einem Kürbismeister in der Schweiz schwört Rainer Drechsler auf das Konzept der Permakultur. Mit dem vom australischen Forscher Bill Mollison erarbeiteten Prinzip soll unter anderem die Selbstregulierung der Natur durch geringe und behutsame Eingriffe erreicht werden. Bei Rainer Drechsler bedeutet das: Mulchen statt Umgraben. Er erklärt: "Wird 50 Zentimeter tief umgegraben, ist kein Leben mehr in der Erde. Das System der Kleinstlebewesen, die den Boden durchlüften und mit ihren Ausscheidungen die Erde befruchten, muss sich dann erst wieder mühsam regenerieren." Beim Mulchen werden die Flächen das ganze Jahr über großflächig mit unverrotteten, organischen Materialien wie Rasenschnitt, Blattwerk oder Kompost bedeckt. Im Herbst kommt darauf eine dicke Schicht Laub. Die Mulchschicht wird nach und nach kompostiert, es entsteht fruchtbarer Humus.

Der Stollberger Bauernmarkt findet am Wochenende statt. Eröffnung ist am Sonnabend um 11 Uhr. Am Sonntag sind eine Parade der Bulldogs, Strohhüpfburg, Tiergehege und Mitmachaktionen geplant. An beiden Tagen gibt es Markttreiben und Vorträge.

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