"Die Stadt lag unter einer richtigen Dunstglocke"

Im Gespräch mit der "Freien Presse" befeuert SPD-Stadtrat Dietmar Röder die Debatte um die Begrenzung der Hexenfeuer in Hohenstein-Ernstthal

Hohenstein-Ernstthal.

Die CDU-Fraktion im Stadtrat von Hohenstein-Ernstthal will in diesem Jahr die Zahl der Hexenfeuer am 30. April halbieren. Jetzt tagte der Verwaltungsausschuss. Am 3. März könnte der Stadtrat entscheiden. Erik Kiwitter sprach mit SPD-Stadtrat Dietmar Röder darüber, wie er den Vorstoß der CDU sieht.

Freie Presse: Im Verwaltungsausschuss wurde jetzt der CDU-Antrag, die Zahl der Brauchtumsfeuer zu halbieren, diskutiert. Was halten Sie von der Idee?

Dietmar Röder: Grundsätzlich befürworte ich sie. Die 140 Feuer vom vergangenen Jahr sind echt zu viele. Die Luftbelastung war viel zu hoch. Die Stadt lag unter einer richtigen Dunstglocke. Deshalb ist der Antrag der CDU-Fraktion, dieses Jahr nur noch 70 Hexenfeuer zu genehmigen, erst einmal gut.

Wenn Sie sagen, Sie befürworten sie grundsätzlich, heißt das aber auch, dass es einige Details gibt, bei denen Sie bedenken haben.

Das kann man so sagen. Für mich hapert es an der konkreten Durchführung. Die ersten 70, die ihr Feuer anmelden, die dürfen rumqualmen, die danach kommen, nicht. Da fehlt mir irgendeine richtige rechtliche Grundlage. Das ist für mich nicht die richtige Lösung.

Also werden Sie gegen den Antrag stimmen?

Nein. Dieser Antrag ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Bis zum 30. April dieses Jahres schaffen wir es aber nicht, eine gesetzliche Grundlage herbeizuführen, die eine klare Regelung ermöglicht. Wenn der Stadtrat Anfang März zustimmt, die Zahl der Hexenfeuer in der Walpurgisnacht von 140 auf 70 zu begrenzen, dann sollte er auch mit beschließen, dass es danach weiter runter gehen sollte.

Was heißt das genau?

Ich bin dafür, dass in den möglicherweise zu fassenden Beschluss noch ein Passus eingearbeitet wird. Der soll beinhalten, dass die Stadt die Polizeiordnung dahingehend präzisiert, dass der Begriff Brauchtumsfeuer exakt definiert wird.

Mit welchem Ziel?

Wenn festgehalten ist, dass Brauchtumsfeuer nur von Organisationen oder Vereinen durchgeführt werden dürfen und zum Beispiel öffentlich zugänglich sein müssen, dann verringert sich die Zahl automatisch auf ein vernünftiges Niveau.

Und das wäre?

Um die fünf öffentliche Feuer. Das wäre total okay. Ich habe auch kein Problem damit, wenn auf privaten Grundstücken offene Feuer in Feuerschalen und im Grill mit entsprechendem Feuerholz durchgeführt werden. Aber ich bin dagegen, wenn der 30. April dafür genutzt wird, in Gärten Abfälle und Unrat zu verbrennen und damit unsere Luft zu verpesten. erki

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