Diskussion über Party im Freibad

In Rußdorf legen am Samstag nicht nur DJs auf. Erstmals sind der Auftritt einer Rockband sowie ein Feuerwerk vorgesehen. Badegäste stören sich jedoch an dem Ort der Veranstaltung.

Zu den Impulsiva-Partys im Sonnenbad Rußdorf (im Bild DJ Fladsound aus Glauchau) kamen zumeist etwa 1500 Besucher.
Wolfgang Dorn - Party-Veranstalter

Von Steffi Hofmann

Der Super-Sommer und die Modernisierung der Anlage bescheren dem Sonnenbad in Rußdorf derzeit Besuchermassen. In der vergangenen Woche wurde bereits der 30.000 Badegast seit der Wiedereröffnung im Mai gezählt. Durchschnittlich kamen in den vergangenen Jahren 14.000 Besucher über den gesamten Sommer verteilt. Neben den neuen Attraktionen, wie Planschbecken und Strömungskanal, loben die Gäste auch den satten, grünen Rasen.

Doch genau auf dem werden ab Freitag diverse Zelte und Bühnen, Liegestühle und Lichtinstallationen sowie große Lautsprecherboxen platziert. Gleich zwei Musikveranstaltungen - ein Konzert und die Disko Impulsiva - stehen am Wochenende auf dem Programm. Das passt nicht allen Badegästen. Im sozialen Netzwerk Facebook fragen sich Nutzer, warum derartige Veranstaltungen in dem "schönen, neu sanierten Bad" überhaupt stattfinden müssen. Durch die Partybesucher werde der Rasen "plattgelatscht", befürchtet eine Kommentatorin. Sie empfiehlt, Konzert und Impulsiva anderswo auszurichen.

Für Badchef Dirk Schuler steht allerdings fest: "Der Rasen verträgt das." Dass möglicherweise Spuren der Partygäste auf dem Grün zurückbleiben, hält er zwar nicht für ausgeschlossen. "Aber das ist kein Grund, die Events abzusagen", so Schuler. Er sei froh, dass sich insbesondere die Impulsiva über die Jahre hinweg etabliert hat und das Bad damit einmal im Jahr für eine Nacht ein Anziehungspunkt speziell für die Jugend wird. "Außerdem bewässern wir den Rasen täglich, sodass er sich schnell von der Disko erholen wird", ergänzt der Badchef.

Die Impulsiva findet am Samstag das erste Mal seit zwei Jahren wieder als Open-Air-Disko im Sonnenbad statt. Durch die Sanierungsarbeiten in der Anlage musste die Veranstaltung, die im Schnitt 1500 Besucher anzieht und ihre Premiere im August 2012 hatte, im letzten Jahr ausfallen. Wegen der Musikveranstaltungen schließt das Sonnenbad am Freitag und Samstag bereits um 18 statt wie gewöhnlich um 20 Uhr.

Neu ist in diesem Jahr auch der Auftritt der Band Bellbreaker auf der Hauptbühne gegen 22.30 Uhr. Damit erklingt erstmals Rockmusik bei der Impulsiva im Sonnenbad. Die AC/DC-Coverband aus Frohburg hat bereits beim Format "Rock in der Fabrik" vor zwei Jahren in der alten Hermann-Dittrich-Fabrik an der Frohnbachstraße gespielt. "Wir müssen uns einfach immer wieder etwas Neues einfallen lassen für die Gäste. Deshalb bringen wir ein neues Genre rein", erklärt Organisator Wolfgang Dorn.

Die beiden Musikveranstaltungen sind mit lauten Bässen verbunden, die in den ersten Jahren der Open-Air-Disko mit Problemen wegen Lärmbelästigung einhergingen. Laut Wolfgang Dorn hat es seit 2014 aber keine Beschwerden von Anwohnern gegeben. "Die Limbacher scheinen sich daran gewöhnt zu haben und genießen es wohl, dass in ihrer Stadt etwas los ist", sagt er.

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