Drei Nachbarskinder drücken jetzt gemeinsam die Schulbank

Mit Drachenkraft und Optimismus sind am Wochenende auch drei Oberlungwitzer Kinder eingeschult worden.

Oberlungwitz.

An der Humboldt-Grundschule in Oberlungwitz wurde am Samstag auch eine kleine Nachbarschaftsbande eingeschult. Die Elternhäuser von Moritz Grimm, Nora Petermann und Noah Knorr stehen direkt nebeneinander und nun lernen sie auch gemeinsam in der Klasse 1b.

"Ich freue mich auf die Schule", sagt Nora Petermann, die beim Auspacken der Zuckertüte am meisten Geduld hatte. Bei Noah Knorr war das anders, er konnte es kaum erwarten. Drachen Ohnezahn war sein Lieblingsgeschenk und auch das Thema Schule sorgt für Freude. "Ich habe keine Angst. Rechnen kann ich ja schon ganz gut", sagt der aufgeweckte Siebenjährige. Moritz Grimm bekam ebenfalls einen der kultigen Drachen geschenkt und freut sich ebenfalls auf den neuen Lebensabschnitt.

"Die Drei sind ganz verschieden, aber ich denke, sie bekommen das gut hin", sagt seine Mutter Sabine Grimm. Sie muss es wissen, denn die 36-Jährige arbeitet selbst als Lehrerin. Sie ist aber nicht in Oberlungwitz, sondern in Lugau tätig. Das ist aus ihrer Sicht auch gar nicht so schlecht. "Meine eigenen Kinder zu unterrichten wäre vielleicht nicht das Problem. Da sehe ich als schwieriger an, die Kinder von Freunden und Bekannten zu unterrichten", sagt Sabine Grimm, die aus einer Lehrerdynastie stammt. Ihre Mutter Christel Kühn half im vergangenen Jahr noch in der Humboldt-Grundschule aus und hatte noch eine halbe Lehrerstelle.

Für die 71-Jährige ist jetzt aber der wohlverdiente Ruhestand angesagt, doch wenn Christel Kühn wieder gebraucht würde, könnte sie sich eine Aushilfstätigkeit vorstellen. "Bevor bei meinem Enkel Unterricht ausfällt, gehe ich lieber wieder arbeiten", sagt die Lehrerin aus Leidenschaft.

An der Humboldt-Grundschule ist die Lehrersituation laut Schulleiter Michael Ackermann aber sehr gut. Er und 13 Lehrerinnen sind hier tätig. Ursprünglich waren drei erste Klassen geplant, doch mit schlussendlich 55 ABC-Schützen fehlten dafür zwei Schüler. In der 1B lernen nun 27 Kinder. "Das sind natürlich ziemlich viele", sagt Lehrerin Grit Koschnick. Etwas Entspannung bedeuten die zwei ersten Klassen mit Blick auf die Raumsituation. Die geplante Erweiterung ist laut Bürgermeister Thomas Hetzel (parteilos) nun nicht mehr ganz so dringend, wie es noch letztes Jahr schien.


Schulanfang in Zahlen

In den staatlichen Grundschulen im Landkreis Zwickau werden nach Angaben des Landesamtes für Schule und Bildung in diesem Jahr 2245 Kinder eingeschult. Vor einem Jahr waren es 2390. Im Altkreis sind es in Hohenstein-Ernstthal 85, im Ortsteil Wüstenbrand 28, in Callenberg 36, in Bernsdorf 23, in St. Egidien 29 und in Gersdorf 38. In der Stadt Lichtenstein gibt es neben der Kleist-Grundschule (43) und der Grundschule Rödlitz (26) auch noch die Europäische Grundschule als private Schule, an der 46 Kinder eingeschult wurden. Kurzfristig kann es laut Arndt Schubert, Pressesprecher des Landesamtes für Schule und Bildung, noch leichte Abweichungen geben, die beispielsweise durch Umzüge begründet sind. (mpf)

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