Ein gewagter Rettungsversuch

Einen Scheunenfund wollen Feuerwehrfreunde wieder in Schuss bringen. Das dürfte spannend werden.

Wüstenbrand/Gersdorf.

Ein altes Feuerwehrfahrzeug beschäftigt derzeit gleich mehrere Feuerwehren in der Region. Es wurde unter anderem beim Feuerwehrfest in Wüstenbrand vorgestellt, wo es schon früher im Einsatz war. Doch der Mercedes, der nach Erkenntnissen von Mario Legies aus dem Referat Historik des Kreisfeuerwehrverbandes im Jahr 1943 aus dem Werk kam, hatte schon deutlich mehr Stationen. Er wurde zunächst mit sieben anderen Fahrzeugen der Baureihe zur Feuerwehr in Chemnitz geliefert, kam später aber nach Langenchursdorf, Wüstenbrand und Rüsdorf. "Nach der Schließung der dortigen Feuerwehr wurde das Fahrzeug an einen privaten Liebhaber alter Technik verkauft", sagt Legies. Beim Käufer aus Hohndorf landete das alte Löschfahrzeug in der Scheune.

Als im Vorfeld des 130. Geburtstages der Feuerwehr Wüstenbrand der Verbleib des Oldies geklärt werden sollte, fanden die Kameraden den Besitzer, der sich bereit erklärte, das Fahrzeug an Liebhaber zu verkaufen. "Wir wollen versuchen, das Löschfahrzeug zu erhalten", sagt der Wüstenbrander Wehrleiter Jens Börnig. Bei verschiedenen Veranstaltungen wird der Oldtimer präsentiert, was die Feuerwehrleute zum Spenden animieren soll. "Zum Verkehrssicherheitstag am 11. August auf dem Sachsenring und zum Feuerwehrfest mit Feuerwehrverbandstag am 7. September in Hohenstein-Ernstthal ist dieses Fahrzeug zu sehen", sagt Mario Legies. Sein Vater Reiner, der in Gersdorf bei den Alterskameraden der Feuerwehr mitmischt, töpferte extra ein Sparschwein, in dem die Wüstenbrander Kameraden nun Spenden für den Oldie sammeln.


Untergebracht ist der Mercedes L1500, ein leichtes Löschgruppenfahrzeug, im Feuerwehrgerätehaus in Hohenstein-Ernstthal. Die Oldtimerfans der Hohensteiner Wehr haben unter anderem schon einen alten W50 und einen P3 Geländewagen aus DDR-Produktion restauriert. Sämtliche Teile für den alten Mercedes sind vorhanden, doch seine Restaurierung wird dennoch ein hartes Stück Arbeit. Mario Legies rechnet mit drei bis fünf Jahren für das ehrgeizige Projekt. Zunächst einmal müssen Spenden für den Kaufpreis aufgetrieben werden, der im mittleren vierstelligen Bereich liegt.

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