Eine mildere Strafe als Corona-Folge

Gericht reduziert für Angeklagten Geldstrafe

Hohenstein-Ernstthal.

Letztendlich hat die Corona-Pandemie einem 30-Jährigen aus Glauchau vor Gericht Schützenhilfe geleistet. Der Mann war mit 1,23 Promille Alkohol intus von Polizeibeamten aus dem Straßenverkehr gefischt worden. Das Gericht erledigte die Geschichte nicht per Verhandlung sondern gleich mit einem Strafbefehlsverfahren. Der Strafbefehl legte fest, dass der Mann für acht Monate die Reihen der Fußgänger verstärkt. Außerdem sollte er eine hohe Geldstrafe zahlen. Doch der seit fünf Jahren selbstständige Einzelkämpfer in der Metallbranche verdient derzeit kein Geld. "Wegen der Corona-Pandemie habe ich seit November keinen einzigen Auftrag mehr gehabt", berichtet der Vater von zwei Kindern. "Im Moment lebe ich nur vom Ersparten. Ich war noch nicht beim Jobcenter, hab gehofft, dass es schnell wieder aufwärts geht. Aber das werde ich nun tun müssen."

Wegen der prekären Finanzsituation des Angeklagten hatte sein Anwalt Nils Hulinsky Einspruch gegen die Geldstrafe eingelegt, diesen aber nur auf die Tagessatzhöhe beschränkt. Richter Manfred Weber konnte sich mit dem Gedanken anfreunden, die Geldstrafe auf 30 Tagessätze zu je 13 Euro zu reduzieren. Beim Fahrverbot von acht Monaten bleibt es allerdings. (hpk)

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