Einkaufen am Sonntag: Nur noch dreimal im Jahr möglich

In Hohenstein-Ernstthal gibt es fortan einen verkaufsoffenen Sonntag weniger. Und: Das Pyramidenanschieben findet künftig an einem anderen Tag statt.

Hohenstein-Ernstthal.

Die Stadt Hohenstein-Ernstthal war bisher eine Spitzenreiterin: Vier verkaufsoffene Sonntage im Jahr, das ist viel im Vergleich zu anderen Städten und Gemeinden im Landkreis Zwickau. Vielleicht ein bisschen zu viel? "Wir haben als Stadt vier Sonntage gerne ermöglicht", sagt Oberbürgermeister Lars Kluge (CDU). Dennoch wird es in Zukunft nur noch drei verkaufsoffene Sonntage geben.

Die Öffnung der Geschäfte am Sonntag ist an strenge Vorschriften geknüpft, deren Einhaltung das Landratsamt prüft. Das Sächsische Ladengesetz regelt, dass verkaufsoffene Sonntage an besondere Anlässe geknüpft sein müssen. Das Pyramidenanschieben erfüllt diese Kriterien, das bezweifelt Kluge nicht. Jedoch: Einige Ladeninhaber haben mit diesem Termin so ihre Probleme. Also haben sie eine Änderung vorgeschlagen; diese Änderung gefällt den Stadträten offensichtlich - die Mitglieder haben sie am Dienstag einstimmig beschlossen.

Der neue Plan sieht so aus: Das Pyramidenanschieben, das bisher immer am Sonntag vor dem ersten Advent stattfand, soll von nun an auf den Sonnabend oder Freitag verlegt werden. Damit ist der verkaufsoffene Sonntag zum Pyramidenanschieben hinfällig. Bisher lief das aus Sicht vieler Händler nämlich gar nicht so optimal: Das Pyramidenanschieben ist eher eine Veranstaltung am späteren Nachmittag. "Früher am Tag, also wenn die Läden offen waren, kamen aber eher wenig Kunden", sagt Anett Schmidt. Sie ist Vorsitzende des Gewerbevereins und Inhaberin von Barth-Optik. Das ist ein Grund für den Vorschlag des Gewerbevereins. Und dass damit auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Sonntag wegfällt - "das ist natürlich kein Nachteil", sagt Anett Schmidt. Doch sie betont: "In erster Linie geht es aber darum, diesen schwächsten Sonntag anders zu organisieren." Zwar gibt es dazu bisher noch keinen konkreten Plan, aber Anett Schmidt könnte sich vorstellen, dass das Pyramidenanschieben am Sonnabend stattfindet und dafür die Öffnungszeit zum Beispiel auf 20 Uhr ausgeweitet wird.

Ein bisschen anders sieht das Yvonne Vogel, sie betreibt die Geschenk-Galerie an der Weinkellerstraße. "Für mich ist das Weihnachtsgeschäft das wichtigste, davon lebe ich und zehre das ganze Jahr davon", sagt sie. Deswegen sei jeder Öffnungstag in der Weihnachtszeit wichtig für sie. "Das mag bei anderen Läden anders sein." Mit dem Kompromiss, das Pyramidenanschieben vorzuverlegen und eventuell die Öffnungszeit an diesem Tag zu verlängern, könnte sie aber leben, sagt sie. Schließlich bleibt auch in Zukunft der Sonntag Mitte Dezember als Verkaufstag erhalten.

Die drei verkaufsoffenen Sonntage 2019 sind: "Hohenstein-Ernstthal blüht auf" am 14. April, der Jahrmarkt am 29. September und der Weihnachtsmarkt am 15. Dezember. Offen bleiben Geschäfte am Altmarkt, an der Dresdner Straße zwischen Altmarkt und Einmündung Breite Straße, an der Weinkellerstraße, der Schulstraße, der Breiten Straße, dem Pfarrhain, dem Dr.-Wilhelm-Külz-Platz, dem Zillplatz, der Herrmannstraße vom Zillplatz bis zur Lungwitzer Straße, der Conrad-Clauß-Straße zwischen der Weinkellerstraße und der Immanuel-Kant-Straße, An der Insel, der Schu- bertstraße und von hier aus Am Bahnhof bis zur Einmündung Immanuel-Kant-Straße.

Damit ist der Bereich nun offiziell auf die Innenstadt eingegrenzt. "So wurde es sowieso schon immer gelebt", sagt Kluge und glaubt, dass auch diese Neuerung dazu führt, dass das Landratsamt nichts auszusetzen hat. 2013 hatte die Behörde drei Termine im Landkreis beanstandet, teilt Sprecherin Ilona Schilk auf Anfrage mit. Der Grund: "Hier war räumlich keine Verbindung zwischen dem Ort des Geschehens und den Geschäften herzustellen." Eine dieser Beanstandungen war an Hohenstein-Ernstthal adressiert.

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