Einkaufsmarkt soll Wege verkürzen

In Hohenstein-Ernstthal ist das größte innerstädtische Bauprojekt der vergangenen Jahre angelaufen. Der Investor will noch 2019 fertig sein. Die Stadt freut sich, muss sich aber auch Kritik gefallen lassen.

Hohenstein-Ernstthal.

Die Innenstadt von Hohenstein-Ernstthal hat eine neue Großbaustelle. Nachdem Tiefbauer bereits ab Januar die Fläche für das Projekt vorbereitet hatten, sind jetzt die Firmen für den Hochbau angerückt. Es geht um den lange geplanten Bau eines Einkaufszentrums unterhalb der Conrad-Claus-Straße. Am Donnerstag fand eine Baustellenbegehung mit Oberbürgermeister Lars Kluge (CDU) statt.

Das Einkaufszentrum hat eine große kommunalpolitische Dimension, weil es zur Belebung der Hohenstein-Ernstthaler Innenstadt beitragen soll. In der angrenzenden Weinkellerstraße haben in den vergangenen Jahren immer wieder Geschäftsleute aufgegeben. Von dem neuen Einkaufszentrum erhoffen sich die Stadtplaner einen Synergieeffekt für den kompletten Handel im Stadtzentrum. Bauleiter Daniel Wetzel erklärte OB Kluge bei dem Rundgang, dass unter anderem schon 1,5 Kilometer Entwässerungsrohre verlegt worden sind. "Hier ist relativ viel Wasser im Untergrund", sagte der Bauleiter. Bis 2018 stand an dieser Stelle die ehemalige Clauß-Fabrik, der spätere VEB Trikotagenwerk. Für das anfallende Regenwasser muss ein unterirdischer Speicher mit einem Fassungsvermögen von 150 Kubikmetern angelegt werden.

Investor ist die Edeka Nordbayern Bau- und Objektgesellschaft. Der neue Markt soll eine Fläche von 4000 Quadratmeter besitzen. Hinzu kommen 6000 Quadratmeter Außenanlagen wie Parkplätze und Zufahrten. Es werden Grünflächen und ein Spielplatz angelegt. Das hatte die Stadt zur Bedingung gemacht. Toni Kunze, bei Edeka verantwortlich für neue Bauvorhaben: "Wichtig ist auch, dass es aus allen Richtungen Zugänge gibt." Auch das war eine Intention der Stadtverwaltung. Mit den Verbindungen zum neuen Edeka-Markt sollen die Wege in der Innenstadt kürzer werden. Laut Kunze soll der Markt noch dieses Jahr fertig werden. OB Kluge freut sich: "Das Einkaufszentrum wird zu einer Bereicherung und zu einer erhöhten Kundenfrequenz in der Innenstadt insgesamt beitragen."

Aber es gibt auch kritische Stimmen. SPD-Stadtrat Wolfgang Benn: "Belebung der Innenstadt - ja. Aber die Kehrseite ist, dass ursprünglich geplant war, einen größeren Markt mit verschiedenen Sparten zu errichten." Jetzt käme offenbar nur ein besserer Supermarkt heraus, so Benn sinngemäß weiter.

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