Er ist der neue Alleskönner in der "Pfütze" in Oberlungwitz

Er ist Bademeister und Feuerwehrmann und offiziell beim Bauhof angestellt. Sein Engagement begann mit einem Probebaden.

Oberlungwitz.

Das Oberlungwitzer Freibad hat einen neuen "Chef". Joachim Haase ist bereits seit Anfang April bei der Stadtverwaltung angestellt und arbeitet seit dem vergangenen Wochenende bei bisher bestem Sommerwetter im Bad, das den liebevollen Spitznamen "Die Pfütze" trägt.

"Es ist ein schönes und überschaubares Bad", sagt der Erzgebirger, der zuvor in Antonsthal für ein ähnlich kleines Schwimmbad zuständig war. Dann gab es aber ein paar Querelen und er entschied sich für einen Wechsel. Schon im Sommer 2018 hatte die Stadtverwaltung Oberlungwitz die erneute Suche nach einem Bademeister gestartet, weil klar war, dass die letztjährige Bademeisterin nur für eine Saison zur Verfügung steht. Joachim Haase erfuhr von der freien Stelle und fuhr nach Oberlungwitz. "Da habe ich probegebadet", erzählt der 51-Jährige, der sich wenig später bewarb. Bürgermeister Thomas Hetzel (parteilos) war erleichtert. "Wir hatten einige Bewerber", sagt er und weiß, dass das nicht selbstverständlich ist. Denn Fachangestellte für Bäderbetriebe, wie Bademeister ganz genau heißen, fehlen vielerorts. Das führt hier und da sogar dazu, dass Bäder nicht geöffnet werden können.


Doch Joachim Haase war nicht nur mit Blick auf das Oberlungwitzer Freibad ganz offenbar ein Glücksgriff für die Stadt. Er ist offiziell beim Stadtbauhof angestellt, wo er mitarbeitet, wenn das Bad geschlossen ist. Dort lernte er unter anderem Wehrleiter Nicky Reichel von der Freiwilligen Feuerwehr kennen. "Ich bin ja selbst Feuerwehrmann, da bin ich in die Wehr eingetreten", sagt Haase.

Wenn er im Bad Dienst hat, kann er zwar nicht zu Einsätzen ausrücken, doch er ist ja nicht nur während der Arbeitszeit in der Stadt. Denn mit Unterstützung der Stadtverwaltung wurde kurzfristig eine Zweitwohnung in einem Gebäude der Stadtwerke vermittelt. Denn immer zu pendeln, wäre für Joachim Haase zu aufwendig. Auch seine Frau wohnt derzeit regelmäßig mit in Oberlungwitz, sodass für ihn alles passt. "Ich wurde hier überall richtig gut aufgenommen. Es macht Spaß", sagt der Erzgebirger. Es sei auch zu spüren, dass die Stadtverwaltung und die Menschen in Oberlungwitz das kleine Bad zu schätzen wissen. Vor der Saison hatte die Stadtverwaltung rund 60.000 Euro investiert, die vor allem in die Abdichtung und Beschichtung des Beckens flossen.

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