Erst gegen Mittag geht dem Winter plötzlich die Puste aus

Schneeschippe, Fräse und Schieber hatten am Donnerstag bei Neuschnee von bis zu 15 Zentimetern weiter Hochkonjunktur. Die Helfer mussten schon am Morgen wieder ran.

Hohenstein-Ernstthal.

In Hohenstein-Ernstthal war Stadtchef Lars Kluge (CDU) am Donnerstag am frühen Nachmittag unterwegs, um sich ein Bild von der Lage zu machen. "Ich denke, unser Bauhof hat die Lage im Griff", sagt er und hoffte, dass die Schneefälle nicht wieder einsetzen. Denn bei Dauerschneefall konnten die Räumfahrzeuge nicht überall sein. Erschwert wird der Straßenverkehr durch eingeengte Fahrbahnen. "Es ist noch mehr Rücksicht gefragt", appelliert Kluge. Schwierig ist in der Bergstadt auch das Parken, da an den Straßenrändern nun Schneehaufen liegen. Hallensperrungen durch große Schneelasten auf den Dächern drohten laut Kluge noch nicht.

Im ebenfalls hoch gelegenen Lichtensteiner Ortsteil Heinrichsort hatte sich die Situation laut Ortsvorsteherin Annett Richter ebenfalls beruhigt. "Die Straßen sind weitgehend frei. Am Mittwoch war es wirklich schwierig, da waren die zeitweise nur noch über die Burgstraße erreichbar", sagt sie. Für das für Sonnabend ab 16 Uhr geplante Fackelrodeln liegt sogar zu viel Schnee. Deshalb werden Freiwillige die Piste an der Windmühlenstraße heute präparieren.

Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Lichtenstein hatten derweil vor allem mit Bäumen kämpfen, die unter der Schneelast nachgaben. Bis zum frühen Nachmittag standen laut Gemeindewehrleiter René Klein 15 Einsätze auf der Liste. Rund 20 Feuerwehrleute waren unterwegs. "Die Drehleiter war auch für einen überörtlichen Einsatz in Bernsdorf", sagte er. Hier und da konnten Bäume auch abgeschüttelt und so von einem Teil der Schneelast befreit werden. Am Mittwochabend rückten die Kameraden zu sechs Einsätzen aus, ehe nachts noch ein Fehlalarm einer Brandmeldeanlage für Trubel sorgte.

In Wüstenbrand gab es gestern Vormittag Behinderungen, nachdem sich ein Lkw festgefahren hatte, der aus Richtung Hohenstein-Ernstthal kommend auf die Schulstraße einbiegen wollte. Der Fahrer wollte offenbar die Strecke über den Kühlen Morgen als Ausweichstrecke für die Limbacher Straße in Richtung Autobahn nutzen, da hier weiterhin Probleme gemeldet wurden. Ortsvorsteher Dietmar Röder kritisierte außerdem, dass die Straße zwischen Hohenstein-Ernstthal und Wüstenbrand schlecht geräumt war und eine dicke Eisschicht hatte.

Das Wetter der nächsten Tage bringt weitere Niederschläge. Die könnten auch zunächst als Schnee, dann als Regen fallen. Etwa 20 bis 25 Liter Niederschlag pro Quadratmeter sagen die Meteorologen bis Montagfrüh voraus. Die mache den Schnee, der in der Region bis zu 40 Zentimeter hoch liegt, noch schwerer und könnte die Schneebruchgefahr bei Bäumen, aber auch Gartenpflanzen vorübergehend deutlich erhöhen. Auf die Schneebruchgefahr in den Wäldern wies gestern auch die Forstbehörde des Landkreises Zwickau hin. "Den Waldbesuchern wird daher seitens der unteren Forstbehörde empfohlen, die Waldgebiete aus Sicherheitsgründen zu meiden. Es besteht Lebensgefahr", hieß es in der Mitteilung des Landratsamtes.

Anike Günther, in der Rotenhanschen Forstverwaltung für den Waldfriedhof "Schönburger Land" zuständig, gab für den Gottesacker am Goldforstweg in Falken Entwarnung. "Dort stehen Eichen. Die sind bruchsicher. Außerdem ist das Schneeproblem in dem Gebiet noch nicht so dramatisch", sagt sie. Der Waldfriedhof "Zwickauer Land", den die Forstverwaltung mit betreibt, musste allerdings gesperrt werden. Eine Beisetzung wurde bereits abgesagt, auch die fürs Wochenende geplante Informationsveranstaltung.

Während am Morgen während der Schneeschauer noch einmal an vielen Stellen der Verkehr ausgebremst wurde, entspannte sich gegen Mittag überall die Lage. Dann rollte es wieder. (mit hpk)

Winter in der Region - Bilder vom Mittwoch

Winter in der Region - Bilder vom Donnerstag

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1Kommentare
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    0
    ma27nd08y
    11.01.2019

    Bezüglich auf die Straße zwischen Wüstenbrand und Hohenstein, es sollte vielleicht nur geschippt werden und nicht ständig noch mit Salz gestreut werden.
    Es ist doch viel besser eine schöne festgefahrene Schneedecke zu haben, als diesen Matsch. Das führt natürlich zu Glätte. Bitte in Zukunft berücksichtigen.
    Danke



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