Es fehlt das Ja-Wort der Kellner

Die Hochzeitskapelle im Callenberger Ortsteil Reichenbach ist fast fertig. Der Bau zeigt viel Liebe zum Detail. Eines macht den Betreibern allerdings Sorgen: Gastronomisches Fachpersonal ist weit und breit nicht zu finden.

Reichenbach.

Es hat Jahre gedauert, bis Vivienne und Tino Taubert Geldgeber von ihrer Idee einer Hochzeitskapelle überzeugen konnten. Jetzt ist ihr 750.000 Euro teurer Traum Wirklichkeit geworden. "Wir werden inzwischen immer wieder von Leuten angesprochen, die uns dafür loben, wie schön wir die alte Kapelle restauriert hätten. Sie wollen meist gar nicht glauben, dass es ein Neubau aus Beton ist", sagt Tino Taubert.

Vor allem Oberingenieur Holger Mende aus Kreischa hat am Bau seine Handschrift hinterlassen und dabei die Ideen und Wünsche von Vivienne und Tino Taubert im Renaissance-Nachbau mitverarbeitet. Türen und Fenster der Kapelle werden von rotem Rochlitzer Porphyr umrahmt, das große Eingangsportal zieren Almosensteine, wie sie vor Jahrhunderten an Sakralbauten üblich waren. Neben dem Kamin im Trausaal steht ein Flügel, alte Kirchenbänke sind ebenso wie die Türen in Österreich aufgearbeitet worden. Den Kronleuchter aus 1000 Teilen hat Tino Taubert selbst zusammengesetzt. "Jedes noch so kleine Glasteil hatte eine Nummer und gehört an eine ganz bestimmte Stelle. Das ist fast so wie bei Ikea-Möbeln", erinnert sich Taubert an die schweißtreibende Arbeit in luftiger Höhe auf der Leiter. Die Montage hat Stunden gedauert. Auf dem Dach der Kapelle thront der Turm mit dem Dreifachgeläut, der Weihnachtsstern am Giebel der Stirnseite kündet von der nahen Adventszeit. Im Keller verleihen eine alte Steinsäule und das nachgebaute Kreuzgewölbe und Skulpturen den Räumen zum Feiern das nötige Flair. Für die Einfahrt zum Grundstück hat Tino Taubert ein rund 100 Jahre altes Eisentor eines Rittergutes in Bayern aufgetrieben, es restaurieren lassen. Solche geschmackvollen Details lieben die beiden Perfektionisten. Die Liste dieser Accessoires am Bau scheint unendlich. "In der Summe machen sie zusammen mit dem parkähnlichen Garten genau dieses besondere Ambiente aus", sagt Tino Taubert.


Sorgen macht sich der Entertainer nicht um die Auslastung der Kapelle. Ehefrau Vivienne, eine erfahrene Hochzeitsplanerin, hat schon 34 Hochzeiten, die fest gebucht sind. Von den Übernachtungen der Hochzeitsgäste werden auch das nahegelegene Hotel und die Pension profitieren. "Aber es ist weit und breit kein gastronomisches Fachpersonal zu bekommen", klagt Tino Taubert.

Die erste Hochzeit steht Mitte Dezember an. Ab Januar soll das Café den Betrieb aufnehmen. Das ist von Mittwoch bis Sonntag jeweils von 14 bis 18.30 Uhr geöffnet. "Wir sind mit unseren Projekt so weit gekommen, das darf einfach nicht an fehlenden Arbeitskräften scheitern", sagt Taubert. Er hofft, dass sich im Laufe der kommenden Wochen doch noch Interessenten melden.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...