"Es geht um Respekt und Achtung"

Der neue Vorsitzende des Oberlungwitzer SV, Jörg Voß, über das Verhaltens-Leitbild des Vereins

Oberlungwitz.

Jörg Voß wurde zum neuen Vorsitzenden des Oberlungwitzer Sportvereins, dem mit 565 Mitgliedern größten Verein der Stadt, gewählt. Markus Pfeifer sprach mit dem 46-Jährigen, der im Hauptberuf als Rettungssanitäter arbeitet, über seine Aufgabe und die gesellschaftliche Rolle des Vereins.

Freie Presse: Wie sehen Sie die Rolle eines so großen Sportvereins in einem Ort wie Oberlungwitz?

Jörg Voß: Es geht um viel mehr als nur um den Sport, vor allem auch um das gesellschaftliche Beisammensein, das Miteinander und die verschiedenen Angebote für die Menschen. Wir sind ja ein Breitensportverein, der keine Spitzensportler ausbilden kann. Wenn es zum Beispiel beim Fußball mal richtig gute Talente gibt, wechseln die ja dann meistens nach Zwickau, Chemnitz oder Aue.

Welche Herausforderungen sind aktuell besonders wichtig?

Der Altersdurchschnitt im Verein ist genau wie in der Bevölkerung relativ hoch. Deshalb wollen wir versuchen, weitere sportliche Angebote für ältere Leute zu schaffen. Das ist aber schon aufgrund der begrenzten Hallenkapazitäten gar nicht so einfach. Die Nachwuchsarbeit ist ebenfalls sehr wichtig, die gibt es vor allem in den Abteilungen Fußball und Handball. Außerdem haben wir das Kinderturnen, da ist der Andrang so groß, dass es sogar eine Warteliste gibt.

Wie steht es um die Finanzen im Oberlungwitzer SV?

Aufgrund langjähriger und treuer Sponsoren ist die Situation gut. Wir haben außerdem den Vorteil, dass wir die Sportanlagen der Stadt kostenlos nutzen können. Das gibt es ja nicht mehr so oft.

Sie arbeiten auch in der Abteilung Fußball mit, die im vergangenen Jahr ein Verhaltens-Leitbild veröffentlicht hat. Was waren die Beweggründe?

Das war eher prophylaktisch, um Problemen vorzubeugen. Die Mitglieder müssen einfach wissen, was ein Verein bedeutet und wie man sich verhält. Es geht da um Respekt und Achtung im Umgang miteinander, auch wenn Eltern am Spielfeldrand dabei sind. Insgesamt ist da bei uns aber alles in Ordnung.

Spielen politische Themen eine Rolle?

Ein Sportverein sollte politisch neutral sein. Beim Thema Rassismus bin ich sehr konsequent, wenn da jemand auffallen würde, fliegt er raus.

Streben Sie künftig größere Veränderungen im Verein an?

Nein, ich möchte es größtenteils so fortführen, wie es mein Vorgänger Dietmar Kretzschmar viele Jahre gut gehandhabt hat. Die Abteilungen können relativ viel allein entscheiden, wir als Vorstand kümmern uns um das große Ganze. Da bin ich für die Unterstützung durch unseren langjährigen Schatzmeister Reinhard Perschke, den neuen stellvertretenden Vorsitzenden Jens Stefan und unsere Geschäftsstellenleiterin Petra Freitag sehr dankbar. Perspektivisch wünsche ich mir, dass wir uns als Verein bei Veranstaltungen in der Stadt noch aktiver einbringen können und dürfen.

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