"Es wird nicht die alles klärende Lösung geben"

Landtagsabgeordnete Simone Lang (SPD) über den Dauerlärm am Sachsenring

Hohenstein-Ernstthal.

Mitglieder des Petitionsausschusses im Sächsischen Landtag haben sich jetzt in Hohenstein-Ernstthal vor Ort ein Bild von dem Sachsenring-Lärm gemacht. Erik Kiwitter hat mit der Vorsitzenden des Ausschusses, der Landtagsabgeordneten Simone Lang (SPD), gesprochen.

Freie Presse: Wie laut war es? Konnten Sie sich ein akustisches Bild von dem Lärm am Sachsenring machen, der vom Verkehrssicherheitstraining ausgeht?

Simone Lang: Ja, das konnte ich durchaus. Einer der Vorort-Termine fand auf einem Grundstück an der Friedrich-Engels-Straße statt. Ich habe den Lärm selbst erlebt. Man hat kaum sein eigenes Wort verstanden.

Das heißt, Sie verstehen das Anliegen der Anwohner und deren eingereichte Petition?

Natürlich kann ich die Anwohner verstehen. Und es sind ja auch nicht nur 10 oder 15, die betroffen sind, sondern viel, viel mehr. Aber wir als Petitionsausschuss, zu dem auch der Abgeordnete Frank Richter gehört, müssen neutral sein. Wir entscheiden nach Fakten und Gesetzeslage.

Um was geht es in der Petition?

Die Bürgerinitiative bemängelt in ihrer Petition, dass die Lautstärke nicht richtig gemessen wird. Sie fordert eine andere Herangehensweise, also ein anderes Messverfahren. Wir Mitglieder des Petitionsausschusses haben die Aufgabe, bei aller gebotenen Neutralität Fakten zu sammeln und die Staatsregierung zu einer Stellungnahme aufzufordern..

Was macht die Lage so schwer?

Auf der einen Seite haben wir mit ihren berechtigten Forderungen die Anwohner. Auf der anderen Seite gibt es eben den Sachsenring mit dem Verkehrssicherheitszentrum, wobei ich natürlich weiß, dass es bei der ganzen Debatte nicht um den Grand Prix geht, sondern um den permanenten Lärm von Frühjahr bis Herbst. Aber das Verkehrssicherheitszentrum war und ist politisch gewollt, und so stehen sich hier eben eine Mehrheitsentscheidung und die Interessen einer - relativ gesehen - Minderheit gegenüber.

Das klingt so, als ob Sie den Lärmgegnern wenig Hoffnung machen.

Das kann nicht so nicht bestätigen. Aber es wird nicht nur die eine, alles klärende Lösung geben, da bin ich mir sicher. Es wird vielleicht einen Kompromiss geben, der das Problem für die Anwohner minimiert. Wir als Petitionsausschuss werden auf jeden Fall erst einmal anregen, zeitnah intensive Untersuchungen durchzuführen. erki

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