Explosion: Glauchauer muss erneut hinter Gitter

Weil er eine Sprengstoffexplosion herbeigeführt hat, ist ein Mann zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Das war für ihn nicht die erste Gefängnisstrafe für ein solches Vergehen.

Glauchau.

Das Landgericht in Zwickau hat am Donnerstag einen 43-jährigen Mann aus Glauchau zu vier Jahren Haft mit anschließender Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus verurteilt. Damit blieben die Richter unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die für eine Haftstrafe von fünf Jahren und neun Monaten plädierte. Die Verteidigung hatte Freispruch beantragt.

Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass der Mann am 19. August 2018 in einem Abstellraum eines Mehrfamilienhauses an der Hermannstraße in Glauchau Feuer gelegt hat. Dabei flogen vier von ihm platzierte handelsübliche Campinggaskartuschen in die Luft. Die Druckwelle zerstörte die Eingangstür, die auf die Straße flog. Splitter und Trümmerteile wurden bis zu 19 Meter weit geschleudert. Der Sachschaden am Gebäude betrug etwa 25.000 Euro.

Der Mann, der zur Tatzeit unter Bewährung und Führungsaufsicht stand, war bereits 2014 wegen eines ähnlichen Delikts in Glauchau zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Diese Strafe hatte er abgesessen. Damals war er dafür verurteilt worden, in seiner Wohnung eines Mehrfamilienhauses an der Chemnitzer Straße in Glauchau eine Sprengstoffexplosion herbeigeführt zu haben.

Doch zurück zum aktuellen Fall. Nach Auffassung des Gerichts hat der Angeklagte billigend in Kauf genommen, dass auch Personen in Gefahr geraten. Im Haus wohnten zur Tatzeit noch zwei Frauen, eine musste nach der Explosion notärztlich behandelt werden. Der Verurteilte hatte seit seiner letzten Haftentlassung 2016 in dem Mehrfamilienhaus an der Hermannstraße selbst gewohnt. Wegen fehlender Mietzahlungen wurde am 16. August seine Wohnung zwangsgeräumt. Den Frust darüber sah der Vorsitzende Richter Gerolf Müller als Hauptmotiv für die Tat an. Ein Augenzeuge habe kurz vor und kurz nach der Explosion einen Mann ins Haus gegen beziehungsweise wieder herausgehen sehen, den er als den Mieter des Hauses ausmachte. Das Feuer, das der Angeklagte nach der Zwangsräumung - bei der er nicht zugegen war - in der Wohnung gelegt haben soll, wurde auf Antrag der Verteidigung nicht weiter strafrechtlich verfolgt.

Während des Prozesses wurde dem Mann durch einen psychiatrischen Gutachter eine kombinierte Persönlichkeitsstörung attestiert. Der Angeklagte selbst hatte die Tat bereits bei der polizeilichen Vernehmung nach seiner Verhaftung am 22. August bestritten. Vor der jetzigen Urteilsverkündung nutzte er die Gelegenheit für das letzte Wort und versuchte entlastende Argumente zu liefern. Der Augenzeuge habe ihn nicht erkannt. Er habe keinen Schlüssel gehabt, um in den Abstellraum zu gelangen. Doch die Kripo hatte DNA-Spuren im Abstellraum, unter anderem an Streichholzresten und den Überresten der Gaskartuschen sichern können. In der Wohnung fanden sich Botschaften an der Tür: "Auf Entsorgung steht Höchststrafe" oder: "Wer entsorgt, der wird entsorgt."

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