Explosion: Staatsanwalt fordert lange Haftstrafe

Verteidiger eines Glauchauers plädiert derweil für Freispruch

Glauchau.

Fünf Jahre und neun Monate Gefängnis auf der einen Seite und Freispruch auf der anderen: Unterschiedlicher konnten die Plädoyers im Prozess gegen einen 43-jährigen Glauchauer kaum sein. Er muss sich vor dem Landgericht Zwickau wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion in einem Wohnhaus an der Hermannstraße in Glauchau verantworten. Er soll am 19. August 2018 in einem Abstellraum des Hauses Feuer gelegt haben, kurz darauf flogen vier Gaskartuschen in die Luft. Nach der Beweisaufnahme standen am Montag die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung an.

Für Staatsanwalt Christian Ruderich hatte der Angeklagte sowohl die Gelegenheit und auch ein Motiv. Letzteres sieht der Staatsanwalt in der Zwangsräumung der Wohnung des Angeklagten im selben Haus. Aus Ärger darüber habe er die Explosion herbeigeführt. Darüber hinaus habe es am frühen Morgen des 19. August einen Augenzeugen gegeben, der eine Person kurz vor der Explosion in den Abstellraum gehen und nach zehn bis 15 Minuten wieder herausgehen sah. Hinzu komme die vom Gutachter bestätigte kombinierte Persönlichkeitsstörung des Angeklagten, der schon im Jahr 2013 in seiner Wohnung an der Chemnitzer Straße eine Explosion herbeiführen wollte und dafür zu drei Jahren Haft verurteilt wurde. Damals handelte es sich um den Versuch, eine Sprengstoffexplosion herbeizuführen.

Am Montag nun plädierte Staatsanwalt Ruderich für fünf Jahre und neun Monate Freiheitsentzug, für die Einweisung in ein psychiatrisches Krankenhaus und die Aufrechterhaltung des Haftbefehls vom 22. August. Nach der Explosion im Wohnhaus an der Hermannstraße soll der Angeklagte geflüchtet sein. Am 21. August wurde er gegen 21.30 Uhr am Bahnhof in Hof festgenommen.

Widerspruch zum Plädoyer der Staatsanwaltschaft gab es vom Verteidiger, Rechtsanwalt Thomas Strobel. Die Schließbarkeit des Schlüssels, mit dem der Angeklagte in den Kellerraum gelangt sein soll, sei nicht überprüft worden. Im Zeugenstand habe der Augenzeuge den Angeklagten jedoch nicht identifizieren können. Aufgrund dieser Zweifel plädierte Strobel für Freispruch und die Aufhebung des Haftbefehls. Der Angeklagte hatte sich in seinem letzten Wort der Argumentation seines Verteidigers angeschlossen. Das Urteil soll am Donnerstag verkündet werden.

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