Fernweh und das naheliegende Gute

Rund 11.000 Gäste haben am Wochenende die Reisemesse in Zwickau besucht. Sie erfuhren, dass man Abenteuer nicht nur in der Ferne finden kann.

Zwickau.

Erholung bedeutet für jeden Menschen etwas anderes. Die einen suchen Ruhe, andere entspannen, wenn sie aktiv werden können. So reihten sich auch die diesem Jahr zur Reisemesse in der Zwickauer Stadthalle die Anbieter von Wellnessurlauben an Veranstalter von Fahrrad- oder Trekkingtouren. Als großes Thema hatten die Organisatoren für die rund 11.000 Gäste das Abenteuer ausgesucht. Bei einem Rundgang zeigte sich: Abenteuer findet man überall - nicht immer braucht man eine weite Anreise.

Norden: Wer nach Island reist, der kann ganz schön ins Schwitzen kommen. Reiseveranstalter und Abenteurer Gil Bretschneider jedenfalls versicherte das seinen Zuhörern. Der Lichtensteiner war nicht nur als Aussteller eingeladen, sondern bestritt auch einen Teil des Bühnenprogramms. Unter anderem berichtete er von jener magisch wirkenden Stelle in Island, an der zwei Kontinentalplatten auseinanderdriften - ein Spalt, gefüllt mit dem saubersten Wasser der Welt, in den man hineintauchen kann. Auch über Geysire und Flüsse mit warmem Wasser sprach er.

Süden: In diesem Jahr zieht es besonders viele Westsachsen in den Süden. Genauer: nach Südtirol. Denn dort, in den Alpen, feiert die Zwickauer Hütte ihr 120-jähriges Bestehen mit einer Festwoche. Bereits vier Reisebusse hat das Organisationkomitee gefüllt, sagte Hüttenwirt Heinz Leitner, der schon seit Jahren Gast auf der Reisemesse ist. Auch für Individualreisende empfahl er die Reise zu seiner Hütte: "Das Jubiläum feiern wir die gesamte Saison über."

Osten: Weite Strecken: Das ist auch das Stichwort für Jens Rudolph. Der Plauener bietet unter anderem Reisen mit der Transsibirischen Eisenbahn an: ein Abenteuer für alle Altersklassen und ein Lebenstraum vieler Menschen. Manch einer tritt die Reise kurz nach dem Studium an, andere werden 80, ehe sie in dem berühmten Zug Platz nehmen. Wirklich luxuriös sei die Reise nicht. "Es ist ein Linienzug", so Rudolph. Und: "Die Reisenden sollen doch Land und Leute kennen- lernen."

Westen: Mit einem blauen Schaf locken Marie Floß und Julia Baumgärtner Gäste an ihren Stand. Wer sie besuchen will, muss in den Westen fahren. Wenigstens ein bisschen. Die jungen Frauen werben für Gera. Das ist so naheliegend, dass es überraschend erscheint. Doch sie finden viel Zuspruch unter den Westsachsen, bieten Tagesausflüge an, werden auch nach Übernachtungsmöglichkeiten gefragt. Und nach dem blauen Schaf - Mitglied einer großen Herde, die zur Bundesgartenschau schon die Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat und die als Symbol für Toleranz auf dem Blauen Planeten steht. Wer eine kleine Auszeit sucht, der werde in Gera mit seinen Veranstaltungen, Museen und Stadtführungen fündig, sagen die Frauen. Wer ein richtiges Abenteuer braucht, der konnte sich zudem auf der angeschlossenen Messe "Automobil und Zweirad" beraten lassen.


"Viele falsche Vorurteile"

David Kosche (39) vertrat den Zwickauer Aeroclub auf der Reisemesse in Zwickau. Sara Thiel hat mit dem Piloten aus Reichenbach/V. gesprochen.

Freie Presse: Ausgerechnet einen Verein aus Zwickau würde man auf der Reisemesse nicht erwarten.

David Kosche: Wieso? Ich denke, viele haben es verlernt, auf die Dinge zu achten, die direkt um die Ecke liegen.

Was bieten Sie denn an?

Heute vor allem Informationen zu den Ausbildungen. Das fängt bei Segelflug an und reicht über Ultraleichtflieger zum klassischen Motorflug.

Wer bleibt bei Ihnen stehen?

An unseren Stand kommen zum Beispiel Leute, die schon mal einen Rundflug gebucht haben. Andere wollen sich unterhalten, weil sie glauben, das Fliegen ist ein teures und gefährliches Hobby. Da es kaum so viele falsche Vorurteile wie zur Fliegerei gibt, habe ich damit einiges zu tun.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...