Feuerwehr muss Mann von Ring befreien

Drei Kameraden hatten in der Notaufnahme des DRK-Krankenhaus Lichtenstein einen ungewöhnlichen Einsatz.

Lichtenstein.

Mag der Ring verloren gehn, wann nur der Finger bleibt ... Diese Worte stammen von dem deutschen Dichter Andreas Gryphius (1616 bis 1664) und an ihnen ist durchaus etwas dran. Denn der schönste Ring nützt nichts, wenn der Finger verloren geht.

Ein Mann war am Sonntagvormittag in der Notaufnahme des DRK-Krankenhauses in Lichtenstein aufgetaucht. Er hatte große Schmerzen, der Ringfinger an der linken Hand war geschwollen. Grund für die Beschwerden war ein Edelstahlring, der offenbar zu eng an dem Finger anlag. Der Arzt in der Notaufnahme holte eine Ringschere, um das stählerne Stück zu durchschneiden und vom Finger zu lösen. Aber das funktionierte nicht, denn der Ring saß zu fest. Außerdem war dem Edelstahl mit einer Schere nicht beizukommen. Ein anderes Werkzeug war in der Notaufnahme nicht vorhanden.

Einzige vernünftige Alternative: Die Feuerwehr musste mit Spezialgerät ran. "7.12 Uhr klingelte bei mir am Sonntag das Telefon und ich musste raus aus den Federn", erzählt René Klein, der Chef der Freiwilligen Feuerwehr Lichtenstein. Nachdem ihm der Arzt erklärt hatte, um was es ging, packte Klein einen Dremel ein, ein Spezialwerkzeug, mit dem gefräst, geschliffen, graviert oder gesägt werden kann. "Der Mann war wirklich in einer Notlage", berichtet Klein weiter. "Man merkte ihm an, dass er Schmerzen hatte. Aber er machte gute Miene zum bösen Spiel". Die Feuerwehrleute waren zu dritt. Einer von ihnen war Thomas Müller. Weil er vor einem Jahr schon einmal bei einem ähnlichen Einsatz dabei war und dadurch Erfahrung hatte, begann er mit der Präzisionsarbeit. Weil höchste Konzentration notwendig war, wechselten sich die Kameraden ab. "Zuerst bearbeiteten wir die obere Seite des Ringes", schildert Müller. Die anderen beiden Kameraden besprühten den Finger immer wieder mit Wasser, denn der Dremel erzeugte eine beträchtliche Wärme, die die Schmerzen nicht unbedingt linderte. Dann war die untere Seite dran. Müller: "Schließlich fiel der Ring in zwei Teile und der Mann war aus seiner misslichen Lage befreit."

Dieser Einsatz war der zweite für die Lichtensteiner Wehr 2020. Im vergangenen Jahr waren es 158.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...