Friedensbewegung: Kingzentrum plant neue Ausstellung

In Werdau sollen Interessierte künftig noch mehr über den politischen Widerstand erfahren. Ein Erlebnis für viele Sinne ist geplant.

Werdau/Zwickiau.

Noch ist in einem Raum des Martin-Luther-King-Zentrums an der Stadtgutstraße in Werdau die im Jahr 2015 eröffnete Landkreis-Ausstellung über die politische Wende und die demokratische Entwicklung in der hiesigen Region zu sehen. Doch das wird sich bald ändern. "Hier planen wir etwas Neues", sagt Bernd Gerber, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Kingzentrums.

In einer Dauerausstellung soll die Friedensbewegung in der Region Zwickau anhand von sechs verschiedenen Themen umfassend dargestellt werden. "Dabei wird zum Beispiel das Königswalder Friedensseminar eine Rolle spielen, ebenso der Werdauer Oberschüler-Prozess und die Aktivisten der Freiheit." Ein professioneller Museumspädagoge hat das Konzept mit erarbeitet, das die neue Ausstellung zu einem vielfältigen Erlebnis werden lassen soll. Die Texte und Dokumente werden durch visuelle und akustische Erlebnisse ergänzt. Eine Abstellkammer wird zu einer kleinen Filmkabine umgestaltet. "Unter anderem können an drei Hörstationen und drei Monitoren die Ereignisse nachvollzogen werden", sagt Martin Böttger vom Kingzentrum. Nicht nur für Erwachsene, vor allem auch für Schulklassen werde diese Art der Interpretation des damaligen Geschehens interessant sein.

Neben Fördermitteln über die Gedenkstättenstiftung hat der Vermieter der Räumlichkeiten, die kommunale Gebäude- und Grundstücksverwaltung, das Kingzentrum unterstützt. "Der Raum wurde für unsere Zwecke komplett neu hergerichtet, auch mit den technischen Anschlüssen versehen. Die Zusammenarbeit hat hervorragend funktioniert", sagt Gerber. Eröffnet werden soll die neue Ausstellung im Frühjahr 2019. Das ist das Ziel der Mitarbeiter des Martin-Luther-King-Zentrums, die vor wenigen Tagen das 20-jährige Bestehen dieses Zentrums für Gewaltfreiheit und Zivilcourage gefeiert haben. "Wir können mit Stolz sagen, dass wir uns in den Jahren etabliert haben, vor allem auch mit unserem Archiv der Bürgerbewegung Südwestsachsen", sagt Gerber. In diesem Zusammenhang hat der Königswalder eine Bitte: Bilder, Briefe und Ähnliches, die die Bürgerbewegung widerspiegeln nicht wegwerfen, sondern im Kingzentrum abgeben. "Leider landet bei Haushaltsauflösungen vieles unwiederbringlich auf dem Müll, was wir gerne archivieren würden."

Für den 4. September lädt das Werdauer Kingzentrum zu einem Vortrag und zur Diskussion unter dem Thema "Das Krisenjahr 1968 - der Prager Frühling und die politischen Folgen" ein. Beginn ist 19 Uhr.

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