Gerangel um Stellvertreter-Posten

Noch vor der OB-Wahl im September in Hohenstein-Ernstthal werden die zwei Bürgermeister-Vertreter gewählt. Das wird durchaus spannend.

Hohenstein-Ernstthal.

Dirk Trinks (70) sitzt fest im Sattel. Der CDU-Stadtratsfraktionschef ist erster Stellvertreter des Oberbürgermeisters. Und wenn am 9. Juli aus den Reihen des neuen Stadtrates die beiden Bürgermeister-Vertreter gewählt werden, zweifelt keiner daran, dass er erster Stellvertreter bleibt. Bei der Wahl zum zweiten stellvertretenden Bürgermeister dagegen wird es nach Lage der Dinge nicht so einfach.

Bei einem nichtöffentlichen Treffen von Oberbürgermeister Lars Kluge (CDU) mit den künftigen Fraktionsvorsitzenden in dieser Woche gab es in der Frage nach dem zweiten Stellvertreter erhebliche Unstimmigkeiten. Das ist eher ungewöhnlich. Während vor fünf Jahren die beiden Vorschläge von OB Kluge mehr oder weniger abgenickt wurden, wird es diesmal wohl eine richtige Wahl geben. Das hat Hans-Reinhard Berger, der künftig die Fraktion Bündnisgrüne/SPD führen wird, der "Freien Presse" bestätigt.


Denn während Trinks gesetzt ist, gilt die Personalie Petra Hiersemann (75, bisher Unabhängige Liste) als umstritten. Die Stadträtin, die ab Juli für die Fraktion der Freien Wähler im Stadtrat sitzen wird, ist derzeit die zweite Stellvertreterin. OB Kluge hätte sie gern weiter in dieser Position. Auch Hans-Reinhard Berger plädiert für die erfahrene Kommunalpolitikerin. Aber von den Linken und der AfD gibt es Gegenwind, beide Fraktionen haben auf dem Treffen in dieser Woche ihr eigenes Interesse an dem Amt des zweiten Bürgermeister-Stellvertreters bekundet. Für die Linken will Alexander Weiß (26) auf den Stuhl. Er sagte am Donnerstag zur "Freien Presse": "Unsere gemeinsame Fraktion Linke/Pro Hot hat bei der Kommunalwahl die zweitmeisten Stimmen bekommen, auch wenn wir aufgrund des Berechnungssystems nicht die zweithöchste Anzahl von Mandaten haben." Dazu sieht er sich von seinem Alter her als Mittzwanziger als guten Ausgleich zu Dirk Trinks. "Das wäre eine gute Mischung", so Weiß. AfD-Fraktionschef Hartmut Pfau sagte, dass es nicht um Verdienste von Personen gehe, sondern dass der AfD als zweitstärksten Kraft im Stadtrat mit fünf Mandaten das Amt zustehe. Allerdings spricht bei einer Wahl vieles für Hiersemann. Mit CDU, Freien Wählern und OB käme sie auf elf Stimmen. Das reicht.

Die stellvertretenden Bürgermeister haben in erster Linie zwar nur eine repräsentative Funktion. Aber die wird als durchaus prestigeträchtig eingeschätzt.

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