Glocken machen kurze Pausen

Das Geläut und die Turmuhr halten die Kirch- gemeinde Wüstenbrand derzeit in Atem. Größere Arbeiten gehen in luftiger Höhe vonstatten.

Wüstenbrand.

Im Jahr 1898 war es, als die Wüstenbrander Kirchgemeinde einen neuen Kirchturm bauen musste. Denn der vorherige Turm, der erst 1850/51 beim Kirchenneubau entstanden war, hatte sich aufgrund zu schwacher Fundament leicht geneigt. Solche Probleme gibt es jetzt zum Glück nicht, doch zu bauen gibt es im Turm trotzdem einiges. Rund 20.000 Euro werden die Arbeiten am Geläut kosten. Die Joche, an denen die Glocken im Glockenstuhl hängen, müssen erneuert werden, ebenso die Antriebe und Steuertechnik. "Die Läuteanlage ist mittlerweile einfach veraltet", erklärt Pfarrer Frank Nötzold.

Nach seinen Worten waren die Arbeiten eigentlich schon eher geplant. Er hofft nun, dass zu Weihnachten und zum Jahreswechsel wieder das volle Geläut erschallen wird. Die größte der vier Glocken wiegt anderthalb Tonnen und ist seit mehreren Jahren außer Betrieb. "Ein Gutachten hat jedoch gezeigt, dass auch sie wieder geläutet werden kann", sagt Nötzold. Die Finanzierung der Bauarbeiten ist bereits gesichert. Spenden der Gemeindeglieder, ein Zuschuss der Landeskirche sowie Unterstützung durch die Hermann-Ende-Stiftung und der Sparkasse Chemnitz decken die Kosten.

Die Glocken müssen nicht erneuert werden. Die kleine Bronzeglocken aus dem Jahr 1898 und die drei Gussglocken, die 1955 als Ersatz für die im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzenen Bronzeglocken in den Turm kamen, sind noch in gutem Zustand. An der Elektrik im Turm wurde bereits gearbeitet. Zudem haben die Zimmerleute über dem Glockenstuhl auch schon eine neue begehbare Plattform eingezogen. Ein weiteres Sorgenkind ist jedoch die mehr als 100 Jahre alte Turmuhr. Deren ausgeklügelte Mechanik, die auf halber Höhe im Turm steht, muss überholt und modernisiert werden. "Die Ziffernblätter verwittern zusehends", nennt Helmuth Dubielczyk, der sich in der Gemeinde um den Friedhof und die Kirche kümmert, ein weiteres Problem.

Bei der Erneuerung strebt die Gemeinde eine Beleuchtung der Turmuhr an, die dann auch bei Dunkelheit weithin sichtbar wäre. Wie viel die Reparaturen an der Turmuhr kosten werden, steht noch nicht fest. Ein wichtiger Kostenfaktor ist die Frage, ob die Arbeiten aus dem Turm heraus erfolgen können oder ob ein Gerüst gestellt werden muss.

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