Grand Prix am Sachsenring: ADAC Sachsen will schwarze Null

Vorsitzender Klötzner weist Kritik zurück, der Automobilclub habe den bisherigen GP-Veranstalter überrumpelt. Außerdem gab er bekannt, dass die Classic 2019 ausfällt.

Hohenstein-Ernstthal.

Die ADAC-Verantwortlichen konnten sich am Sonntag am späten Nachmittag freuen, als die offizielle Besucherzahl feststand. 20.500 Menschen haben die Autorennen am Wochenende, die ADAC GT Masters, auf dem Sachsenring besucht. Das waren fast doppelt so viel wie im vergangenen Jahr. "Trotzdem ist das keine kostendeckende Veranstaltung", sagte ADAC-Chef Klaus Klötzner der "Freien Presse".

Klötzner, 58 Jahre alt, Inhaber eines Sieben-Mann-Unternehmens aus Glauchau, ist seit März dieses Jahres Vorsitzender des ADAC Sachsen. Er weiß, dass im Moment keine der drei großen Veranstaltungen auf dem Sachsenring kostendeckend ist, geschweige denn Gewinne abwirft. "Freie Presse" traf Klötzner am Sonntag während der Rennen im ADAC-Turm zu einem kurzen Interview. In dem Gespräch teilte er zum ersten Mal öffentlich mit, dass im kommenden Jahr die beliebte Sachsenring Classic nicht stattfindet. Die Zuschauerzahlen hatten sich zwar gut entwickelt, aber auch hier musste der ADAC Sachsen als Veranstalter zuschießen. Allerdings wird die Classic, die in diesem Jahr rund 40.000 Zuschauer gezählt hat, nicht gänzlich beerdigt werden. "2020 soll sie wieder stattfinden. Dann voraussichtlich alle zwei Jahre", so Klaus Klötzner. Es sei schwer, den Fans jedes Jahr etwas Neues zu bieten. Man müsse Reize setzen, damit die Veranstaltung nicht auf Verschleiß gefahren wird.

Auch der Motorrad Grand Prix, das mit Abstand größte Zugpferd auf dem Sachsenring, war in den letzten Jahren eine eher defizitäre Angelegenheit. Nun ist der ADAC Sachsen überraschend wieder örtlicher Veranstalter. Die Sachsenring Rennstrecken Management GmbH (SRM), der bisherige Ausrichter vor Ort, fühlte sich überrumpelt und reagierte in einigen Statements durchaus gereizt. Klötzner erklärte dazu: "Ich verstehe die Kritik nicht. Es gab ja keinen bestehenden Vertrag mehr zwischen dem ADAC Deutschland und der SRM." Die Zentrale in München hatte im Mai den Vertrag zur Ausrichtung des GP mit dem Unternehmen, das sich aus Landkreis, Hohenstein-Ernstthal, Oberlungwitz, Gersdorf und Bernsdorf zusammensetzt, gekündigt. Seitdem war unklar, ob der GP weiter auf dem Sachsenring stattfindet und wer sie organisiert.

Die Vereinbarung zwischen der ADAC-Zentrale und dem sächsischen Ableger gilt erst einmal nur für das Jahr 2019, so Klötzner. "Aber wir wollen natürlich, dass der GP auch darüber hinaus auf dem Sachsenring bleibt." Eine Garantie gibt es aber nicht. "Ziel ist, eine schwarze Null zu schreiben", so Klötzner. Davon hängt ab, wie lange der WM-Lauf in Hohenstein-Ernstthal bleiben wird. Die Ticketpreise sollen 2019 definitiv nicht erhöht werden. Eine Zusammenarbeit mit dem bisherigen Veranstalter SRM schloss Klötzner nicht aus. Er sagte aber auch, dass sich der ADAC Sachsen jetzt nicht festlegen will.

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