Grand Prix bleibt mit neuem Veranstalter am Sachsenring

Die besten Motorradpiloten der Welt werden auch 2019 auf dem Kurs nahe Hohenstein-Ernstthal an den Start gehen. Für den bisherigen Veranstalter ist das dennoch eine Hiobsbotschaft.

Marc Marquez fährt auf dem Sachsenring.

Für Sie berichtet: Sebastian Siebertz

Die monatelangen Verhandlungen zur Zukunft des Sachsenring-Grand-Prix sind beendet: 2019 wird der deutsche Lauf der Motorrad-WM am 7. Juli auf der Strecke nahe Hohenstein-Ernstthal steigen. Dies bedeutet aber nicht, dass der bisherige Veranstalter, die Sachsenring-Rennstrecken-Management-GmbH (SRM), sich mit dem ADAC geeinigt hat.

Vielmehr verkündete der Automobilclub am Donnerstag, dass er einen Weg gefunden hat, die Rennen ohne SRM zu veranstalten. Demnach übernimmt der ADAC Deutschland die Rolle des Veranstalters gemeinsam mit dem ADAC Sachsen. Der internationale Rechtevermarkter Dorna begrüßte die Entscheidung.

Von 1998 bis 2011 hatte der ADAC Sachsen als alleiniger Veranstalter fungiert. Nachdem man Verluste eingefahren hatte, zog man sich zurück. Die SRM wurde daraufhin erst gegründet. Das Konstrukt war seitdem kompliziert: Die Dorna schloss einen Vertrag mit dem ADAC Deutschland (Lizenznehmer), dieser wiederum mit der SRM (Veranstalter) und die SRM mit dem ADAC Sachsen. Letzterer ist mit seinen Strukturen als sportlicher Ausrichter unverzichtbar.

"Die heutige Situation lässt sich sicherlich nicht mehr mit der im Jahr 2011 vergleichen", sagte Klaus Klötzner, Vorsitzender des ADAC Sachsen. "Unser Ziel ist natürlich, dass sich der Grand Prix wirtschaftlich trägt, die Veranstaltung darf nicht zu Lasten von Mitgliedsgeldern gehen." Man wolle nun gemeinsam mit den Verantwortlichen aus der Zentrale in München ein zukunftsfähiges Konzept erarbeiten. ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk erklärte, dass der Erhalt des deutschen Motorrad-Grand-Prix eine "Herzensangelegenheit" sei. Mit dem ADAC Sachsen wolle man nun eine neue Ära einläuten.

Dies war mit der SRM offensichtlich nicht mehr möglich. Im Mai hatte der ADAC Deutschland den Vertrag mit dem sächsischen Veranstalter gekündigt, da dieser finanzielle Sicherheiten für das WM-Rennen im nächsten Jahr nicht termingerecht vorweisen konnte. Die SRM und die Sächsische Staatskanzlei hatten daraufhin geplant, ihrerseits einen Vertrag direkt mit der Dorna einzugehen. Der ADAC Deutschland sollte dabei eine geringere Rolle einnehmen als zuletzt. Dem kam der Automobilclub nun zuvor und schuf Fakten, die die SRM am Donnerstag völlig auf dem falschen Fuß erwischten. Geschäftsführerin Nadin Pohlers wollte sich nicht äußern. Wie es mit der Gesellschaft, die zu hundert Prozent vier Kommunen und dem Landkreis Zwickau gehört, weitergeht, ist unklar.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer reagierte am Donnerstag via Twitter: "Ich freue mich auf das Rennen auf dem Sachsenring und danke allen Beteiligten für ihre Kompromissfähigkeit." Aus der Staatskanzlei hieß es auf Anfrage, dass man weiterhin als Gesprächspartner zur Verfügung stehe.

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