Große Pläne für die alte Elegantia

In der alten Lichtensteiner Textilfabrik sollen Büros mit Atmosphäre entstehen. Zielgruppe: junge Firmen. Einen ersten Interessenten gibt es schon.

Lichtenstein.

Die Elegantia hat ein Problem: Sie ist riesig. Das habe seine Mutter zu bedenken gegeben, bevor Peter Eimannsberger das alte Fabrikgebäude in Lichtenstein gekauft hat. Doch der Investor aus Bayern will die 6000 Quadratmeter stückeln: in Büroräume zu je 240 Quadratmetern. "Junge, moderne Firmen sollen hier einziehen", sagt Eimannsberger: Software, IT, Plattform-Betreiber. Ins Erdgeschoss kommt eine Kantine mit Café, offen für alle Lichtensteiner.

Das hat der 53-Jährige am Sonntag den Lichtensteinern erklärt, vor Ort in der alten Textilfabrik. Das Stadtmuseum hatte zum Museumskaffeeklatsch geladen. Und weil die Veranstaltungsreihe sich nicht nur mit der Vergangenheit beschäftigen will, hatte Museumsleiterin Anne-Sophie Berner auch die Zukunft eingeladen: in Person des neuen Besitzers der Elegantia.


Aus einer bayrischen Unternehmerfamilie komme er, erzählt Eimannsberger. Seit einer Weile sei er auf der Suche gewesen nach einer schönen alten Fabrik zwischen Hof und der Ostsee. In Lichtenstein ist er fündig geworden. An leeren Fabrikgebäuden mangelt es in der Region nicht. Das hat auch der Münchner festgestellt - und er habe sich gewundert: Warum die Leute hier all die schönen Fabriken vor sich hingammeln lassen würden. In Bayern würde das Dorf zusammenlegen, und etwas Schönes daraus machen. Doch die Sachsen wirkten bisweilen etwas entmutigt. Eimannsberger, der nun seit Monaten in der Region unterwegs ist und mit vielen Menschen geredet hat, erklärt sich das mit dem Trauma, das der Untergang der DDR-Wirtschaft verursacht habe. Und die Treuhand. Jedenfalls sei es etwas kompliziert, einen Sachsen zu beschleunigen.

An dieser Stelle musste der ein oder andere Zuhörer scharf einatmen. Vielleicht war es Eimannsbergers Glück, dass ihn viele akustisch nicht ganz so gut verstanden hatten im alten Strickraum der Elegantia. Gegenüber der "Freien Presse" erklärt der Investor, dass er das nicht despektierlich gemeint habe. Anders als im hektischen München gehe es aber gemütlich zu, so sein Eindruck. Indes glaube er an das Potenzial der Region. Gerade Lichtenstein sei günstig gelegen zwischen Chemnitz und Zwickau. Und für diese eher kleinen Großstädte erwarte er großen Zuzug in den kommenden Jahren. Der erste ernsthafte Interessent sei eine Zwickauer Software-Firma mit 20 Mitarbeitern.

Mit seinem Projekt wolle er Lebendigkeit schaffen, so Eimannsberger. Büros mit Atmosphäre sollen entstehen. Rund 2,5 Millionen Euro werde er investieren. Ende des Jahres sollen die ersten Büros bezugs-fertig sein. Auch schnelles Internet soll es geben - für Eimannsbergers Wunsch-Klientel unerlässlich.

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