Grubenwasser: Die Zeit drängt

Oelsnitz erwartet von der Staatsregierung Aktivitäten: Es geht um mehr Messdaten, bessere Szenarien und klare (Zeit-)Pläne.

Oelsnitz/E..

In punkto Grubenwasser erwartet der Oelsnitzer Bürgermeister Bernd Birkigt (parteilos) in absehbarer Zeit verbindlichere Signale aus Dresden. "Wir haben ein umfangreiches Rahmenkonzept für die nächsten Jahre erarbeitet. Bis zur Bergbaukonferenz im kommenden Jahr erwarte ich ein Feedback darauf von der Landesregierung", fordert Birkigt. Die Konferenz ist für Herbst 2020 terminiert. "Wir hoffen, dass dann nicht mehr wir als Kommune die treibende Kraft sein müssen", ergänzt Birkigt.

In dem erwähnten Rahmenkonzept hat die Stadt Oelsnitz gemeinsam mit Partnern und zuständigen Behörden ein umfangreiches Paket von Sanierungsmaßnahmen bis in die 2030er-Jahre hinein zusammengestellt. Dabei werden nicht nur die Problematik des steigenden Grubenwassers, sondern auch weitere Bergbaufolgeerscheinungen bedacht, wie etwa Haldensanierungen oder Schachtverwahrungen.

Im ersten Quartal 2020 werden die Ergebnisse der angestellten Untersuchungen erwartet. Birkigt hofft dann auf eine bessere Datengrundlage. Auf dieser Grundlage sollen schließlich die Szenarien für die Grundwasserflutung angepasst werden. "Zudem ist auch die Chemie des Grubenwassers nicht abschließend geklärt", sagt er. Nach aktuellem Sachstand würde sich diese im Gersdorfer Bereich von der im Oelsnitz-Lugauer Abschnitt unterscheiden. Bleibt das so? Was kann sich mit fortschreitender Flutung ändern? Das sind unter anderem Fragen, die geklärt werden müssen. Daher steht auch eine dritte Bohrung im Raum.

Derweil scheint klar zu sein, dass aus der Grundwasserentnahmestelle am Aldi in Oelsnitz auch Wasser für eine Verwendung etwa im Gradierwerk gefördert werden kann. Birkigt treibt zudem um, wann welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um einen Austritt des Grubenwassers zu verhindern. Aktuelle Modelle sagen voraus, dass Anfang der 2030er-Jahre die Geländeoberfläche erreicht sein wird.

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