Guter Ausblick für Museen

Zum Museumstag gab es in Waldenburg und Meerane zusätzliche Angebote. An den Häusern gab es zuletzt mehr Interesse.

Glauchau/Meerane/Waldenburg.

Das Buch, das Christina Ludwig in den Händen hält, ist einer der zahlreichen Schätze des Naturalienkabinetts. "De Stellis Marinis" aus dem Jahr 1733 stammt von Johann Heinrich Linck dem Älteren, Mitglied jener Apothekerfamilie, die die Sammlung des Hauses einst zusammentrug. Normalerweise ist das Werk für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Zum gestrigen Internationalen Tag des Museums hat Ludwig aber einige Schätze für eine Sonderführung herausgeholt.

Ihr Haus setzt auf Führungen und Zusatzangebote, um mehr Besucher anzuziehen. Mit Erfolg. Über 11.000 Gäste zählte das Museum im Vorjahr. Schulklassen der Stadt, die freien Eintritt haben, sind da noch nicht mitgerechnet. Im Vergleich zum Jahr 2016 ist das eine Steigerung um über 40 Prozent. "Neben unseren Vermittlungs- und Ferienangeboten ist sicher auch die überregionale Aufmerksamkeit ein Grund für die gestiegenen Besucherzahlen", sagt Ludwig.

Gestiegenes Interesse gab es 2017 auch in Glauchau, wo sich die Dalí-Ausstellung im Schloss als wahrer Besuchermagnet erwiesen hat. Allein 7000 Interessierte wollten die Grafiken des berühmten Spaniers sehen. Insgesamt kamen 18.000 Besucher ins Schloss - 3000 mehr als im Jahr zuvor. Am Samstag wurde die neue Sonderausstellung zum 80.Geburtstag des hiesigen Künstlers Peter Schönhoff eröffnet.

Selbst im kleinen Meeraner Heimatmuseum, wo gestern traditionelle Handwerke vorgeführt wurde, gab es einen bemerkenswerten Anstieg um fast zwei Drittel auf über 1200 Gäste. Genau Gründe dafür will Leiterin Cornelia Sommerfeld gar nicht ausmachen. "Wir haben wohl einen Nerv getroffen bei den Ausstellungen", sagt sie und hofft, dass die vielen Besucher keine Ausnahme bleiben, auch wenn die aktuellen Quartalszahlen den Trend nicht bestätigen. Mit der Ausstellung "Väter im Wandel" habe man etwas Neues ausprobiert. "Am schönsten wäre es, wenn die Besucher wieder merken, was für eine tolle Einrichtung wir haben."

Gerade Waldenburg könnte sich in den nächsten Jahren zur Museumsstadt mausern. Im Sommer soll im Schloss eine neue Dauerausstellung eröffnet werden. Auch für den zum Schloss gehörenden Marstall gibt es Pläne als Bildungscampus für Kunst und Wissenschaft. "Investitionen in Kultur sind immer ein Mehrwert", sagt Christina Ludwig. "Am besten ist es, wenn das alles miteinander verbunden ist." Davon könne die Region profitieren. Ebenfalls in greifbarer Nähe ist die neue Begleitausstellung im Naturalienkabinett, die Ende des Jahres eröffnet wird. Dort soll dann das Buch "De Stellis Marinis" auch ganz offiziell dauerhaft gezeigt werden.

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