Handwerkskunst für den Alltag

Bei der Aktion "Kunst: offen in Sachsen", die ihre 15. Auflage erlebte, präsentierten sich in der Region diesmal vor allem Kreative, die seltener in Ausstellungen aktiv.

Callenberg/Hohenstein-Ernstthal.

Naturkeramikern Ute Schlicke aus Langenchursdorf hatte gestern und am Sonntag viele Gäste zu Besuch. "Der Töpfermarkt in Waldenburg nützt mir da vielleicht sogar. Leute, die vorbeifahren, halten da auch bei mir an", sagte Ute Schlicke. Bei den offenen Ateliers über die Pfingstfeiertage macht sie schon seit etwa zehn Jahren mit. Ansonsten ist sie oft bei Märkten in der Region dabei, "Ganz neu sind meine Insektenhotels und die Nistkästen. Heutzutage will man ja auch etwas für die Natur tun", sagt die Keramikerin, die aber auch Weinkühler, Vasen und kleine Accessoires fertigt. Die Natur hilft dabei auch ihr. Denn oftmals werden echte Pflanzen zu Hilfe genommen, um realistische Abdrücke oder Strukturen auf die Keramik zu bringen.

Natürlich mag es auch Jana Gutte. Die Leiterin der Langenchursdorfer Kita malt seit sechs Jahren intensiv und hat sich schon zuvor künstlerisch betätigt. "Als Künstler stufe ich mich aber nicht gleich ein", sagt die 55-Jährige, die beispielsweise auch Eier bemalt oder Karten gestaltet. Mit ihren Werken will sie anderen Menschen einfach auch Freude machen, was mit Bildern vom Callenberger Mohnfeld oder Arbeiten, bei denen Baumbilder um echte Holzscheiben gemalt werden, gut gelingt.


Zu Pfingsten gab es bei Jana Gutte aber nicht nur Kunst. Ihr Mann Rainer Gutte, der für seinen Räucherkäse bekannt ist, sorgte auf dem schön gestalteten Grundstück auch für kulinarische Genüsse. "Die Aktion bietet eine gute Plattform. Mit eigenen Ausstellungen ist es ja für Hobbykünstler nicht so einfach", schätzt Jana Gutte die offenen Ateliers ein. Katja Polotzek, studierte Modedesignern aus Hohenstein-Ernstthal, ist auf andere Weise kreativ. "Für mich ist das angewandte Kunst. Meine Mode wird ja getragen", sagt die 47-Jährige, die seit sieben Jahren ihr Geschäft "Jolé" in Hohenstein-Ernstthal auf der Friedrich-Engels-Straße hat. Die eigenen Ideen müssen stets auch zu den Trägerinnen der Kleidung passen. "Als erstes sehe ich ja die Frau, die zu mir kommt", erklärt die Designerin. Bei der Aktion "Kunst: offen in Sachsen" ist Katja Polotzek schon oft dabei gewesen, anfangs zusammen mit anderen Kreativen in der Alten Schule in Langenchursdorf, wo sie nach wie vor arbeitet. Mit der Resonanz ist sie zufrieden. "Es hat sich für mich auch insgesamt gut entwickelt", schätzt sie ein.

Keramikerin Irmi Taubert und ihr Mann Stefan hatten in Meinsdorf viele Gäste, allerdings seien es ein paar weniger gewesen als in früheren Jahren. Die 74-Jährige muss sich aufgrund einer Knieoperation derzeit schonen und wird von ihrem Mann fleißig unterstützt. "Ich habe mir alles selbst angeeignet. Bei uns ist es vielleicht eher Kunsthandwerk als Kunst", sagt Irmi Taubert. Mit Siegfried Otto-Hüttengrund in Hohenstein-Ernstthal gehörte diesmal in der Region nur ein Künstler im klassischen Sinne zu den Teilnehmern der Aktion.

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