Heinrichsorter stehen hinter Finanzmacht des Stadtchefs

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Lichtensteiner SPD, CDU und Linke wollen mehr finanzielle Macht für Rat und Ausschüsse. Nicht nur der Bürgermeister hat aber etwas dagegen.

Heinrichsort.

Während Lichtensteins Bauamtsleiter Mario Hößler sich jüngst einiger Kritik in St. Egidien stellte, sprach Thomas Nordheim vor dem Ortschaftsrat in Heinrichsort. Für den Bürgermeister ist dies nicht immer das einfachste Pflaster, sitzen doch mit Ortsvorsteherin Annett Richter und ihrem Stellvertreter Alexander Illing (beide parteilos) zwei Politiker am Tisch, die man nicht gerade zu Nordheims Verbündeten zählen würde. Doch wie Alexander Illing berichtet, habe sich jüngst "ein echtes Novum" ereignet. Der Ortschaftsrat stellte sich in einer wichtigen politischen Frage komplett hinter den Bürgermeister. Dabei geht es um einen von SPD, CDU und Linken in den Lichtensteiner Stadtrat eingebrachten Antrag zur Änderung der Hauptsatzung. Dieser sieht unter anderem vor, den Betrag, ab dem der Bürgermeister ohne den Stadtrat über Projekte entscheiden kann, von 50.000 auf 25.000 Euro abzusenken. "Aus unserer Sicht geht das völlig an der Sache vorbei", erklärt Illing. "Da ist dem Bürgermeister in fachlicher Hinsicht völlig Recht zu geben." Illing argumentiert: "Soll jetzt jedes Mal, wenn das Rathaus Ersatzbeschaffungen für Bürostühle benötigt, die Servertechnik kaputt geht oder Heizungen repariert werden müssen, der Verwaltungsausschuss befragt werden?" Die geplanten Änderungen würden die Verwaltungsarbeit erschweren, so Illing weiter. "Und dabei kritisieren ja jetzt schon einige das Rathaus für mangelnde Effizienz." Zudem, so der studierte Diplom-Verwaltungswirt, seien die Mindestbeträge der aktuellen Satzung ohnehin verhältnismäßig niedrig angesetzt.

Alexander Illing ist auch Vorsitzender des Anfang Juni 2021 gegründeten Vereins "Werkstatt Zukunft Lichtenstein", dem auch Annett Richter und Altbürgermeister Wolfgang Sedner (parteilos) angehören. Der Verein äußerte bereits künftige politische Ambitionen. Kurz vor der Bundestagswahl waren Sedner, Illing und Richter mit zehn weiteren Mitgliedern aus der CDU ausgetreten. Im Stadtverband hatte es geknirscht. Illing kritisiert, über das Zustandekommen und das Warum des Änderungsantrages seien die Heinrichsorter Ortschaftsräte der CDU-Liste vom Fraktionsvorsitzenden nicht informiert worden. Das alles überrascht Fraktionsmitglied Eric Schöniger wenig. "Wenn Frau Richter oder Herr Illing mal zu den Fraktionssitzungen gekommen wären, hätten sie die Beweggründe gekannt." Richter war zudem bereits vor dem Ausscheiden aus dem Stadtrat im Juli einigen Sitzungen ferngeblieben. "Auch dort haben wir über das Thema diskutiert." Zur Stadtratssitzung am 11. Oktober steht die Hauptsatzung aber noch nicht auf der Tagesordnung.

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