Hickhack vorbei: Der Ball rollt

Drei Jahre währte der Kampf um die Lichtensteiner Sportstätten. Jetzt ist der neue Kunstrasenplatz in Heinrichsort in Betrieb. Der Verlierer ist Rödlitz, der Gewinner die Natur.

Heinrichsort.

Friede, Freude, Kunstrasenplatz. Mit der Einweihung der neuen Spielfläche des SV Heinrichsort/Rödlitz im Waldstadion in Heinrichsort hat am Sonnabendnachmittag ein fast dreijähriges Tauziehen um die Zukunft der Lichtensteiner Sportstätten ein für alle Beteiligten akzeptables Ende gefunden. 615.000 Euro hat die Stadt in die neue Anlage investiert. Die mehr als 400 Mitglieder des Vereins haben nun eine neue moderne Sportstätte.

Dem Vorhaben ging ein zähes Ringen auf kommunalpolitischer Ebene voraus, das mit dem Hochwasser von 2013 seinen Anfang genommen hatte und den Stadtrat zu spalten drohte. Damals war der Hartplatz in Rödlitz überflutet und damit auf Dauer unbespielbar geworden. Den Gewaltigen des SSV Fortschritt Lichtenstein schwebte vor, mit den Flutgeldern aus dem Programm zur Beseitigung der Hochwasserschäden für den Hartplatz im Jahnstadion eine neue Spielstätte für beide Vereine zu schaffen. Das schmeckte den Machern vom SV Heinrichsort/Rödlitz gar nicht. An die Auseinandersetzungen im Stadtrat erinnert sich Heinrichsorts Ortsvorsteherin Annett Richter: "Wir haben hart für unsere Interessen gekämpft." Am Ende bekam das Jahnstadion seinen Hybridrasen, der SV Heinrichsort/Rödlitz den neuen Kunstrasen im Waldstadion. Wenn es in der Geschichte überhaupt einen Verlierer gibt, dann ist das der Ortsteil Rödlitz. Der SV, seit 1994 ein gemeinsamer Verein, verzichtete für die gemeinsame Spielfläche auf den ramponierten Rödlitzer Hartplatz. Gewinner ist in jedem Falle die Natur. Der Hartplatz wird für 65.000 Euro renaturiert.

Dass Lichtensteins Bürgermeister Thomas Nordheim (Freie Wähler) zur Eröffnung die Taschentrompete zückte und dann "Einigkeit und Recht und Freiheit" spielte, sollte auch Symbolcharakter haben. "Stadt und Ortsteile sind eine Einheit und sollten zusammenhalten", sagte er. Auch Ex-Bürgermeister Wolfgang Sedner (CDU), der die Maßnahme vor seinem Ausscheiden auf den Weg gebracht hatte, war zufrieden: "Es war die beste Lösung."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...