Hier wird gerade ein Windrad ausgeliefert

Genaugenommen handelt es sich zwar um keine komplette Anlage. Trotzdem war der Transport der 62 Meter langen Flügel nach Gersdorf eine große Meisterleistung.

Gersdorf.

Es ist Nacht und die Kolosse kämpfen sich im Schneckentempo durch die Straßen. Das Problem ist die Länge. Die drei Schwerlasttransporter sind so überdimensional lang, dass sie an manchen Stellen auf herkömmliche Art die Kurve nicht kriegen würden. Deshalb müssen ihre Fahrer echte Meister sein. Sie transportieren Rotorflügel, von denen einer 62 Meter lang ist.

In der Nacht zu Freitag hat das in Freiberg ansässige Unternehmen Sabowind drei Flügel für eine neue Anlage, die zur Zeit im Windpark Gersdorf/Bernsdorf montiert wird, herankutschieren lassen. Drei Schwerlasttransporter waren im Einsatz, jedes hatte eines dieser langen Teile an Bord. Jeder dieser Transporter hatte eine Gesamtlänge von 85 Metern. "Angeliefert wurden die Teile aus Spanien mit dem Schiff", sagt Sandra Schweigel. Am Hafen in Hamburg warteten die drei großen Transporter. Weil ein Schwerlasttransport dieser Art tagsüber kaum zu bewerkstelligen ist und daher auch nur von 22 bis 6 Uhr erlaubt ist, startete die Fahrt der drei Rotorflügel am erst am späten Mittwochabend. Die erste Etappe ging von Hamburg nach Magdeburg, am Donnerstagabend ging es dann weiter nach Sachsen. Zwei Uhr in der Nacht verließen die drei Kolosse die A 4 - rückwärts, sonst hätten sie die Ausfahrt nicht gepackt. Immer dabei: je Transportfahrzeug auch ein Begleitfahrzeug. "Das lenkt per elektrischer Steuerung die Hinterachse des Schwerlasttransporters", erklärt Sandra Schweigel. Geradeaus ging es dann die B 180 weiter bis Oberlungwitz. Dort wurde es dann besonders knifflig. Hier mussten sogar Verkehrsschilder und zum Teil die Ampelanlage abmontiert werden, sonst hätte der Konvoi nie und nimmer auf die B 173 Richtung Windpark einbiegen können. Dazu waren die Laster gezwungen, rückwärts in die Bundesstraße zu fahren - rückwärts ging es dann bis zur Garnstraße, auf die der Transport schließlich vorwärts einbiegen konnte. Dort befand sich auch das Ziel der Reise, der Windpark Gersdorf-Bernsdorf. Sandra Schweigel: "Der Transport hat reibungslos geklappt."

Die drei Rotorblätter werden in den nächsten Tagen mit Hilfe eines 600-Tonnen-Kettenkrans an eine neue Anlage montiert, deren Turm schon zum Teil steht. Wenn die Anlage vom Typ V126 einmal fertig ist, ist sie 166 Meter hoch. Damit wird sie die größte im Windpark sein. Im Moment gibt es hier 13 Windräder, mit der neuen V 126 kommen insgesamt noch drei hinzu. Am kommenden Donnerstag lädt Sabowind zu einer Baustellenbegehung ein.

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