Himmelsgewässer erhalten Hilfe von Menschenhand

Amphibien wie die streng geschützte Kreuzkröte brauchen spezielle Bedingungen zum Leben. Die finden sie etwa auf dem Auersberg. Damit das so bleibt, braucht Mutter Natur aber die eine oder andere Unterstützung.

St. Egidien.

Die ehemalige Sandgrube auf dem Auersberg zwischen St. Egidien und Lichtenstein ist für einige Tiere ein wichtiger Lebensraum geworden. Schmetterlinge und Libellen sind hier beispielsweise zu entdecken. Experten haben zudem Amphibien wie die streng geschützte Kreuzkröte nachgewiesen, die auf das besondere Gelände angewiesen sind. Und darauf, dass der Mensch es bewahrt.

Maximilian Fraulob von der Kreisnaturschutzstation des Landkreises Zwickau erklärt, was die Sandgrube auf dem Auersberg so speziell macht: Etwa zehn Meter hohe Sandbruchhänge wechseln sich hier mit lichtem Birken-Pappelwald, offenen Rohböden und kleinen Senken ab. Innerhalb ebendieser Senken entstanden mehrere sonnenexponierte kleine Himmelsgewässer. Das sind Tümpel, welche nur von Regenwasser gespeist werden und nicht dauerhaft Wasser führen.

Die Kreuzkröte ist für ihre Fortpflanzung auf eben derartige Kleinstgewässer angewiesen. Zudem bevorzugt sie als typische Auen-Bewohnerin kiesige oder sandige Gebiete, welche im Westen Sachsens immer seltener zu finden sind. So beschränkt sich die Art oft auf ehemalige oder noch aktive Kies- und Sandgruben. Diese Biotope sollen deshalb vor allem für die Kreuzkröte, aber auch andere Arten geschützt und erhalten werden.

"Die größte Herausforderung ist dabei die natürliche Sukzession, hier in Form eines stetigen Zuwachsens der Himmelsgewässer nebst angrenzenden Rohbodenflächen", sagt Fraulob. Deshalb wird der Vegetation regelmäßig zu Leibe gerückt, teils mit Maschinen, aber auch mit viel Handarbeit.

Auf dem Auersberg gab es in den vergangenen Jahren mehrfach Pflegemaßnahmen. Für 26. Oktober sucht die Kreisnaturschutzstation nach Helfern für einen weiteren Einsatz. Die sollen dann ein Stück Natur beseitigen, um einem anderen Stück Raum zu geben. Das ist bei manchen Naturschützern umstritten, aber in dem Falle gibt es viel Zustimmung. "Wenn nichts gemacht wird, haben wir irgendwann überall Wald", sagt Gerhard Sonntag aus St. Egidien, der für die Grünen im Kreistag sitzt. Er wünscht sich, dass auch weitere Flächen in der Region unter Aspekten des Naturschutzes gestaltet und gepflegt werden. Nicht verwandt mit Gerhard Sonntag ist der Oberlungwitzer Umweltschützer Manfred Sonntag, der die Amphibien auf dem Auersberg ebenfalls gut kennt. "Natürliche Flussauen als Lebensraum gibt es in der Region nicht mehr, deshalb ist die Pflege der letzten Lebensräume wichtig", sagt er. Ob das freilich reicht, weiß er nicht. Denn das Kreuzkrötenvorkommen ist relativ klein, und die nächsten Artgenossen sind kilometerweit entfernt - zu weit für die Kröten, um dort hinzugelangen.

Der Arbeitseinsatz auf dem Auersberg soll am 26. Oktober von 9 bis etwa 12 Uhr stattfinden. Treffpunkt ist auf dem Parkplatz gegenüber der Tankstelle. Interessierte werden gebeten, Geräte selbst mitzubringen. Die Veranstalter bitten um Voranmeldung unter 0375 440226337.

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