Hot-Badeland eröffnet mit neuen Attraktionen

Farbenfroher und um einige Angebote reicher eröffnete das städtische Bad Anfang der Woche. Doch an einer Stelle hapert es.

Hohenstein-Ernstthal.

Was tun, wenn der Sohnemann gerade seine Runden auf dem Sachsenring dreht, dem Enkel das Zuschauen aber zu langweilig ist? Für Opa Rolf Garbe aus dem Städtchen Ribnitz-Damgarten nahe Rostock lag die Lösung nahe - Ein Ausflug ins Hot-Badeland. "Ich bin begeistert, dass sich eine so kleine Stadt ein so tolles Bad leisten kann", sagt der Rentner, während Enkel Tommes sich gerade an "Flossy" ausprobiert, einer neuen Attraktion am Planschbecken. Auf Knopfdruck speit der Kunststofffisch einen Wasserstrahl aus. Und den bekommt nun Kumpel Ben zu spüren.

Zufrieden zeigt sich auch Betreiber Thomas Sprunk. Seit Montag hat das Bad nach einer Ferien- und Umbaupause wieder geöffnet. Etwa 100 Badegäste waren am Dienstag erschienen, zur Eröffnung am Montag etwa dreimal so viele. Neben Wasserkanone Flossy dürfen die Gäste sich auf weitere Neuerungen freuen. Statt der alten Lampen erleuchten nun moderne LEDs das Bad, sobald es dunkel wird. Das spart nicht nur Stromkosten, sondern ermöglicht auch allerhand Lichteffekte. "Der Wohlfühlfaktor spielt für uns jedes Jahr eine größere Rolle", sagt Sprunk. Dazu gehört auch, dass Wände und Decken nun weniger weiß, sondern noch mehr in angenehmen Blautönen erstrahlen.

Besonders stolz ist Thomas Sprunk aber auf den neuen Soleraum. Dort, wo einst das Solarium untergebracht war, kann nun künstlich erzeugte Meeresluft eingeatmet werden. Per Knopfdruck füllt sich der Raum innerhalb von fünf Minuten mit einem nebligen Gemisch aus hoch konzentriertem Sauerstoff und einer Salzlösung aus dem Toten Meer. Das Einatmen soll Atemwege befreien, Konzentrations- und Leistungsfähigkeit erhöhen sowie die Durchblutung verbessern, erklärt Sprunk. Auf den vier Liegen im Raum lässt es sich beim Gesundatmen entspannen.

Der Badbetreiber hofft nun, die Besucherzahlen von 125.000 im vergangenen Jahr zu knacken. "Das war ein durchschnittliches Ergebnis." Was dem Hot-Badeland noch fehlt, sind mehr jugendliche Besucher. "Die gehen eher da hin, wo es Sprungturm oder Wellenbad gibt", sagt Schwimmmeister Thomas Lauterbach, der seit 14 Jahren für die Sicherheit der Gäste sorgt. Etwa 80Prozent der Besucher seien Rentner. Sanierung und Umbau des Bades hatten etwa 50.000 bis 60.000Euro gekostet. Etwa ein Viertel davon steckte die Stadt in die neue finnische Sauna im Keller. "Hier erwirtschaften wir die Hälfte unseres Umsatzes", so Sprunk, dem jnoch ein Pächter für das leerstehende Restaurant im Bad fehlt. Das sieht auch Heike Küchter aus Oberlungwitz so, die am Dienstag das Bad mit ihrem Enkel antestet. "Es ist sehr schön hier, aber irgendwann macht das Schwimmen hungrig."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...