"Ich wollte zu meinen Wurzeln"

Musiker Jimmy Kelly über die Verschiebung seines Glauchauer Konzerts, harte Zeiten und die Kelly Family

Glauchau.

Am Sonntag spielt Jimmy Kelly mit seiner Band im Glauchauer Stadttheater. Der 46-Jährige begann als Straßenmusiker und wurde einst mit der Kelly Family weltberühmt. Christian Meyer sprach mit ihm über den anstehenden Auftritt in Glauchau und das Comeback mit seiner Familie.

Freie Presse: Ist das Ihr erster Auftritt in Glauchau?

Jimmy Kelly: Ich war schon einmal in der Gegend, bevor wir mit der Kelly Family berühmt wurden. Das ist aber sicher schon 20, 30 Jahre her und war wohl auf der Straße. Ein richtiges Konzert, wie jetzt im Stadttheater gab es danach soweit ich weiß nicht mehr.

Sie hätten eigentlich bereits am 8. April hier spielen sollen.

Für das Comeback mit der Kelly Family standen einige Termine an, zum Beispiel TV-Auftritte. Da musste ich einfach ein paar Konzerte verschieben. Ursprünglich sollte ich sogar die komplette Tour absagen.

Wie kam es zu dem Comeback mit ihrer Familie?

Eine lange Geschichte. Nach dem Tod meines Vaters im Jahr 2002 und den Erbstreitigkeiten unter den Geschwistern habe ich zunächst wieder als Straßenmusiker angefangen. Ich brauchte auch schlicht Geld und hatte ja eine Familie zu ernähren. Natürlich hätte ich auch zu einer Plattenfirma gehen können, aber das war nicht mein Weg. Ich wollte zurück zu meinen Wurzeln. Darüber habe ich auch ein Buch geschrieben, das jetzt im Mai erscheint. Mit der Kelly Family gab es mehrere Versuche, aber es hatte nie geklappt. Nun haben wir eine Mehrheit gefunden und uns zu siebt wieder zusammen getan. Die Nachfrage beim Publikum ist da, das Momentum stimmt einfach. Es hat etwas Nostalgisches.

In der Westfalenhalle in Dortmund werden Sie beim Comeback vor Tausenden Fans spielen. In Clubs wie in Glauchau treten Sie vor ein paar Hundert Gästen auf. Was ist Ihnen lieber?

Keine Bühne ist perfekt. Bei den großen Konzerten steht man mehr unter Strom, da ist die Show im Vordergrund und man spürt das Adrenalin. Bei kleineren Bühnen geht es mehr um die Begegnung mit den Fans, das ist intimer.

Was ist der Unterschied zwischen einem Konzert der Kelly Family und dem mit ihrer eigenen Band?

Mit meiner eigenen Band spielen wir akustisch. Akkordeon, Gitarre, Geige, Mundharmonika. Kein Schlagzeug, keine Elektronik. Außerdem erzähle ich auch Geschichten.

Wissen Sie eigentlich, dass in Glauchau über viele Jahre Stars wie Bob Dylan oder Joan Baez gastiert haben?

Nein, das war mir nicht bekannt (lacht). Ehrlich gesagt, ist mir das auch nicht so wichtig. Aber es freut mich für die Glauchauer.

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