In der Hermannstraße dampft's

Henry Kerski betreibt eine Dampfbude, ein Geschäft, wo er E-Zigaretten verkauft. Doch verdient ein Mediendesigner seine Brötchen mit einem Dampfer-Shop?

Hohenstein-Ernstthal.

Nein, in der Hermannstraße 9 hat niemand vergessen, den Kochtopf von der Herdplatte zu nehmen. Es dampft in Henry's Dampfbude, dem einzigen E-Zigarettenladen in Hohenstein-Ernstthal.

Den Laden eröffnete der 28-jährige Henry Kerski im September letzten Jahres. Dort verkauft er E-Zigaretten und Zubehör. Eigentlich ist Kerski Mediendesigner, genau genommen Technischer Assistent für Informatik mit Schwerpunkt Me-diendesign. Seine schulische Ausbildung absolvierte er von 2008 bis 2010 an der Fortis-Akademie in Grüna. Danach zog er nach Thum im Erzgebirge und arbeitete bei einer Werbeagentur. Doch damit wollte der 28-Jährige nicht das ganze Leben lang seine Brötchen verdienen. Also wechselte er in die Montage-Arbeit bei einer Mobilfunkfirma in Oberlungwitz. "Da bin ich bei Wind und Wetter auf die Mobilfunkmasten geklettert. Auch im Winter", um Wartungsarbeiten an den Mobilfunk- stationen durchzuführen, so Kerski. Von 2011 bis 2016 war er beruflich in ganz Deutschland, teilweise bis zur österreichischen Grenze unterwegs. Doch: "Ich habe Frau und Kind zu Hause. Da wollte ich nicht mehr die ganze Woche unterwegs sein", so der heutige Dampfbuden-Besitzer, und suchte nach einer beruflichen Alternative. Dabei kam ihm die Idee mit dem E-Zigarettenladen. Zwei Wochen haben er und seine Freunde für den Umbau des einstigen Blumengeschäftes gebraucht. Doch warum E-Zigaretten? "Ich dampfe selbst. Außerdem: Woher soll ich wissen, ob der Laden läuft, wenn ich es nicht probiere?" Bis 2014 war er noch Zigarettenraucher, doch eine Nasennebenhöhlen-Entzündung zwang ihn, zur Alternative E-Zigarette umzusteigen.

Elektrische Zigaretten haben einen Tank, der mit einer Flüssigkeit, dem sogenannten Liquid, befüllt wird. Diesen Liquid gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Von Früchten, wie Brombeere und Erdbeere über Honig bis hin zu Popcorn und Zuckerwatte. Auch wenn es lecker klingt, gesund ist das trotzdem nicht. Laut dem Dampf-buden-Besitzer handele es ich um eine gesündere Alternative zum Rauchen. Die Aktion "rauchfrei" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bestätigt dies nicht. Sie weist auf ihrer Internetseite darauf hin, dass dauerhafter Konsum der E-Zigaretten ebenfalls Schädigung der Atemwege hervorruft. Auch gab es Fälle, wo die elektrischen Glimmstängel explodierten. Der Dampfer weist die Kritik zurück. "Das waren meist selbst gebastelte E-Zigaretten oder Fälschungen", so Kerski.

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