Ist das denn erlaubt?

Da geht die Post aber ab. Bastler aus Hohenstein-Ernstthal und Umgebung sind zum Simson-Treffen nach Zwickau gedüst. Ihre gelbe Schwalbe ist preisverdächtig.

Hohenstein-Ernstthal.

Ein Bild für die Götter. Drei Personen auf einer alten, verrosteten DDR-Schwalbe. Und ab geht die Post. Tim, Nicole und Jonas auf dem Weg zum großen Simson-Treffen nach Zwickau!

Ist das denn erlaubt? Nein, natürlich nicht. Wenn die drei der Polizei unter die Augen kommen würden, hätten sie schlechte Karten. Aber sie müssen sich keine Sorgen machen, Tilm, Nicole und Jonas sind nur einmal ganz kurz auf den gelben Flitzer gesprungen. Aber was tatsächlich stimmt: Sie sind mit ihrer besonderen Schwalbe an diesem Wochenende beim Simson-Treffen dabei. Das alte Moped wurde von Mitgliedern des "Simson-Geschwaders H-W-O" wieder aufgebaut und könnte sozusagen im Tiefflug über das Festivalgelände fliegen. Denn wirkliche Bodenfreiheit hat das gute Stück nun nicht mehr. "Wir wollten ein Moped, das wirklich tief ist", erzählt Tim Landgraf aus Hohenstein-Ernstthal. Für die Karl-May-Stadt steht das "H" im Namen dieser Simson-Fans. Wüstenbrand und Oberlungwitz wurden ebenfalls mit den Anfangsbuchstaben eingebaut.

Die Schwalbe hat schon einiges erlebt. Der vordere Teil ist ziemlich marode, der rostige Tacho hat sich bestimmt seit Jahren nicht mehr bewegt. "Wir wollten den vorderen Teil des Mopeds in dem Zustand lassen, wie wir es gefunden haben", erzählt Jonas Müller. Der Rahmen wurde im Wald entdeckt, wo er vor sich hin rostete. Er stammt aus dem Jahr 1965 und gehört somit zu den ersten Modellen der Marke Schwalbe, die zusammen mit Star, Spatz, Sperber und Habicht die legendäre Simson-Vogelserie bildeten. Ein grenzenloses "Flugerlebnis" bietet das Modell der hiesigen Tüftler allerdings eher nicht. Eine Zulassung für den öffentlichen Verkehrsraum ist aufgrund der extravaganten Konstruktion wohl kaum zu bekommen. Der Auspuff des Mopeds wurde verlegt und kommt nun seitlich aus dem kleinen Tiefflieger, der auch deutlich lauter ist als eine Originalschwalbe. Federgabeln gibt es auch nicht mehr, und die Sitzbank wurde erheblich abgespeckt. "Da spürt man wirklich den Untergrund, auf dem man fährt", sagt Tim Landgraf, der mit seinen Mitstreitern beispielsweise auch einen neuen Motor einbaute, den Rahmen verstärkte und den hinteren Teil der Schwalbe als Kontrast zum vorderen Bereich wirklich schmuck und glänzend gestaltete.

Insgesamt werden acht Mitglieder des "Simson-Geschwaders H-W-O" beim Treffen in Zwickau dabei sein. Einige reisten bereits am Donnerstag an. Die elf Mopeds, die sie dabei haben, sind im Gegensatz zur teils rostigen Schwalbe echt schmucke Fahrzeuge, an denen mit viel Leidenschaft gebaut und poliert wird. Und wie genau sie die gelbe Schwalbe denn nun nach Zwickau fliegen? "Natürlich im Transporter", sagt Tim Landgraf.

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