Justizbehörde: Alter wird irgendwann zum Problem

In etwa zehn Jahren gehen die meisten der Zwickauer Staatsanwälte in Rente

Zwickau.

Der Leitende Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Zwickau, Uwe Wiegner, sieht für die kommenden Jahre eine Überalterung seiner Behörde. Schon jetzt seien 53 Prozent der Staatsanwälte deutlich älter als 50 Jahre, sagte er in einem Pressegespräch. "Spätestens in zehn Jahren, wenn diese in den Ruhestand gehen, bekommen wir ein Problem", sagte er. Selbst gegensteuern kann Wiegner nicht. Der Zwickauer Stellenplan ist voll ausgereizt. Neueinstellungen von jungen Staatsanwälten sind demnach erst möglich, wenn eine der besetzten Stellen frei wird. Dass das kurzfristig passieren wird, kann Wiegner nicht erkennen.

Dabei hat die sächsische Justiz offenbar kein Problem mit dem Nachwuchs. "Ein Mangel an Bewerbern um eine Einstellung in den staatsanwaltlichen Dienst besteht gegenwärtig nicht", sagte der Pressesprecher des Justizministeriums, Jörg Herold. Dabei sieht er auch Chancen für eine Verjüngung der Zwickauer Staatsanwaltschaft. "Unter den bereits auf Lebenszeit ernannten Staatsanwälten gibt es zahlreiche Interessenten, die einen Wechsel an ein Gericht im Landgerichtsbezirk Zwickau anstreben", sagte Herold. Wann und wie viele von ihnen später eine Richterrobe überstreifen werden, sagte er nicht.

Die unausgewogene Altersstruktur im höheren Justizdienst beschäftigt das Ministerium dennoch. "Perspektivisch stehen wir vor einer großen Herausforderung", sagte Herold. Bis die Pensionierungswelle rollt, will man in Dresden nicht warten. Zumal dann, anders als heute, nicht mehr genügend gut qualifizierte Bewerber zu Verfügung stünden. Daher, so Herold, seien bereits 120 neue Stellen geschaffen worden. Allerdings werden diese gegenwärtig ausschließlich zur Einstellung von Richtern auf Probe genutzt.

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